Software - Clinic Minds

Clinic Minds – Der Start für eine papierlosen Klinik?

Als Medizinstudent sind kurze Besuche auf Station auch immer wieder Teil meines Studiums. Doch hier fällt schnell auf: Die deutsche Bürokratie lähmt teilweise den gesamten Gesundheits-Bereich. Doch gibt es für solche Probleme im 21. Jahrhundert nicht elegante Lösungen? Einen Ansatz dafür stellen wir euch im heutigen Artikel vor.

Im Krankenhausalltag wird viel mit sogenannten eGA (elektronischen Patientenakten) gearbeitet. Hier stehen in einer Datei sämtliche Informationen zu einem Patienten: Egal ob Vorerkrankungen, andere Behandlungen, medikamentöse Unverträglichkeiten bis hin zu täglich gemessenen Werten wie Blutdruck oder Körpertemperatur. Mittlerweile benutzen viele Ärztinnen und Ärzte sogar ein gleiches Format von den eGAs was den Austausch von Patientendaten nicht nur einfach sondern vor allem auch sicherer macht. Doch wo liegt hier das Problem?

Das Problem

Problematisch wird es vor allem dann, wenn man weitere Möglichkeiten ausschöpfen möchte, die nur begrenzt von solchen Software-Programmen angeboten werden. Terminplanung, Finanzverwaltung oder Chat-Funktionen sucht man leider oft vergebens. Oft werden hohe Kosten für Zusatzmodule, fehlende Sicherheiten oder aufwendig lange Einarbeitungszeiten kritisiert. In der Dermatologie (also der Lehre zur Hautkrankheiten) gibt es jetzt durch das Unternehmen Clinicminds einen ersten Vorstoß.

Was macht Clinicminds anders?

Mobilität: In Kliniken gibt es oft Software-Schnittstellen Probleme. Beispielweise passen das Betriebssystems des iPads bei der Anamnese nicht mit dem Windows Computer im Arztzimmer zusammen. Vorteil von Clinicminds: Mithilfe von einer Cloud-Infrastruktur kann man auf jeden Gerät die gleiche Software benutzen und spart sich so lästige Arbeit und vermeidet vor allem Übertragungs-Fehler. Dabei wird vom Unternehmen garantiert, dass die Software nicht nur DSGVO/GDPR konform ist, sondern auch den größtmöglichen Sicherheitsstandard hat.

Quelle: clinicminds.com

Gebündeltes (weltweites) Wissen: Dadurch, dass die Software rund um den Globus benutzt wird, hat Clinic-Minds einen extrem großen Datensatz zu vielen verschiedenen Krankheiten. Doch während bei vielen Krankenhaussoftware-Programmen diese Datensätze lokal gespeichert (und meistens nach der Ersterhebung nicht mehr angefasst werden) versucht das Unternehmen sämtlich Nutzer der Software miteinander zu vernetzen. Das ist nicht nur interessant, weil Ärztinnen und Ärzte sich komfortabler bei Fragen oder Wissenslücken austauschen können, sondern auch erstmals in den Kontakt mit Beratern, Dozenten und Verbänden treten können.

Ganzheitlich: Alle Schritte des Patienten werden durch die Software begleitet. Das beginnt bei der Terminbuchung, auf die Patient wie Ärzte gleichermaßen transparent Zugriff haben. Um das Vergessen des Termins zu vergessen gibt es für den Patient eine Erinnerung auf sein Handy. Während der Behandlung gibt man die erhobenen Daten dann in sein Gerät ein um dann die Inhalte auf einem Server oder in der Cloud zu speichern. Clever: Die Daten werden nicht auf dem Gerät selber gespeichert, sondern stets auf einer externen Quelle. So hat man einerseits nicht das Risiko, dass bei einem Hackerangriff, oder Diebstahl des Handys sensible Daten in falsche Hände geraten und hat anderseits stets Zugriff von überall auf die Daten. Nicht zuletzt können auch anschließende Beratung und auch die Abrechnung über die Software erledigt werden. Aufgeräumt, Elegant und Schlicht.

Fazit

Die Software Clinicminds ist ein erster Vorstoß in eine komplette digitalisierte Klinik. Aktuell gibt es die Software lediglich für die medizinisch-ästhetische Branche, doch ein guter Ansatz ist sie allemal. Es bleibt abzuwarten inwieweit die Dermatologie davon profitiert, jedoch ist der Grundansatz des Unternehmens weg von Ordnern voll mit unnötigen Seiten und hin zu einer eleganten Datenbank zu kommen ein goldrichtiger!

Über Jonah Grütters

Jonah ist 21 Jahre alt und Redakteur bei E4SY. Er studiert Humanmedizin an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Seine Freizeit verbringt er mit Kampfsport, Schwimmen, Klavier spielen, Hochschulpolitik und Gaming.

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