John Wick 3 – Parabellum Filmreview

Ich hab mir den neuesten John Wick angesehen und erzähl euch jetzt mal worum es geht, was wir neues erfahren, wie ich ihn fand und ob er Lust auf mehr macht. Die Spoilerwarnung wird hiermit ausgesprochen.

Worum geht es überhaupt?

1. Filmhälfte

John Wick 3 fängt da an wo der zweite Teil aufgehört hat. Um genau zu sein um 5 Minuten nach 5, am selben Tag von Johns Exkommunikation in New York. Er hat nun noch 55 Minuten Zeit bis er für jeden Auftragskiller der Welt zum Abschuss freigegeben ist und ihm alle Services der Assasinenwelt verweigert werden, da er auf dem Boden des Continental Hotels Santino D’Antonio, ein Mitglied der Hohen Kammer getötet hat. John sucht, nachdem er seinen Hund mit einem Taxi sicher ins Continental geschickt hat, ein altes Versteck  auf. Dort hat er Goldmünzen, eine Schuldmünze und einen aus Edelmetallen bestehenden Rosenkranz verwart. Bei der Beschaffung erleidet er eine Wunde an der Schulter, die genäht werden muss. Nachdem er kurz vor knapp den Doc aufgesucht hat und zusammengeflickt wurde macht er sich nun auf den Weg um entweder zu fliehen oder um Menschen umzulegen. Aber warum entscheiden, er macht einfach beides. Nach mehreren Gemetzeln findet er sich beim Sitz der Direktorin ein. Die Leiterin einer Untergrundorganisation ähnlich wie der Bowery, aber der Hohen Kammer verpflichtet. Obwohl John exkommuniziert ist, erfährt er durch Einlösen des Rosenkranzes Hilfe in Form eines Fluchtweges nach Casablanca beziehungsweise eines Ortes in der Nähe.

Dort trifft er auf Sofia eine alte Freundin/Kollegin, die ihm noch einen Gefallen schuldet. Diesen Gefallen nutzt er um zu Berrada zu gelangen, der auch ein hohes Tier innerhalb der Hohen Kammer zu sein scheint. In der Zwischenzeit werden sowohl Winston als auch der Bowery King von einer Richterin der Hohen Kammer aufgesucht, die alle Leute, die John bei der Ermordung von Santino D’Antonio unterstützt beziehungsweise nicht gehindert haben bestrafen soll. Dafür heuert diese noch den Ninja Zero und seine Schüler an. John kommt derweil im Hauptquartier Berradas an. Der Münzprägeanstalt, in der die Gold- und Schuldmünzen geprägt werden. Im Gespräch mit Berrada erklärt dieser  John, dass nur der Älteste der Hohen Kammer die Exkommunikation aufheben kann und es fast unmöglich ist diesen zu finden. Es kommt zu einer Massenschießerei, nachdem Sofia Berrada die Kniescheiben zerschossen hat, weil dieser auf die kugelsichere Weste ihres Hundes schoss um ihr eine Lektion zu erteilen. John versteht die Reaktion voll und ganz und schießt ebenfalls haufenweise Handlanger über den Haufen.

2. Filmhälfte

Sofia und John fahren nun an den Rand der Wüste wo John seinen Versuch unternimmt den Ältesten zu finden.  Kurz vor dem Dehydrierungstod wird John von Männern des Ältesten gefunden und erhält die gewünschte Audienz. Dort opfert er seinen Ehering samt Finger und verpflichtet sich der Hohen Kammer für immer zu Dienen und wird zurück nach New York geschickt um Winston zu töten. Nachdem er vor Winston steht und dieser ihm sogar eine Waffe anbietet, entscheiden sich die beiden dazu Widerstand gegen die Hohe Kammer zu leisten. Es folgt das finale Gefecht im Continental gegen die Elitetruppen der Hohen Kammer, welches seinen Höhepunkt darin findet, dass John Zero tötet. Danach trifft sich die Richterin mit Winston auf der Dachterrasse des Continental und gesteht ihm zu, dass er als Manager weiterhin das Continental leiten darf, aber irgendetwas müsse mit John geschehen. Winston, dem es nur darum ging sein Hotel zu halten, schießt daraufhin mehrfach auf Johns kugelsicheren Anzug. Dadurch drängt er John von der Terrasse. John fällt mehrere Stockwerke tief auf die Straße. Der Film endet damit, dass John vor den Bowery King geführt wird, der ähnlich ramponiert von seiner Begegnung mit Zero ist. Er bietet John an einen Krieg gegen die Hohe Kammer zu beginnen und sich zu rächen. John willigt ein.

In diesem Film wurden keine Hunde getötet.

Was erfahren wir Neues?

Wir lernen zunächst eine neue Münzsorte kennen. Die schwarze RichterInnen Münze. Damit wissen wir nun, dass die Münzen in der Assassinenwelt sowohl Währung, Schuldschein als auch Visitenkarte sind. Wir wissen aber nicht wo diese schwarzen Münzen geprägt werden. Wir lernen auch wieder einiges über Johns Vergangenheit zum Beispiel dass er ein Waisenkind aus Weißrussland ist und wir erfahren seinen richtigen Namen: Jardani Jovonovich. Wie Michael Phelps, der nach seinem ersten Karriereende noch sportlich in Höchstform war, aber auch wieder mit dem Training beginnen musste bis er wieder auf Höchstniveau antreten konnte, beobachten wir ebenfalls von Film zu Film wie sich John Wick steigert. Im ersten Film haben wir gesehen, was John erreichen kann, wenn er einfach nur wütend ist. Im Zweiten Teil erfahren wir, was John mit den Menschen macht, wenn er genügend Planungszeit hat und im dritten Film ist er wirklich Baba Yaga. Der schwarze Mann vor dem sich alle fürchten, der auf dieser Welt keinen ebenbürtigen Gegner hat.

Das meiste Neue erfahren wir jedoch über die Strukturen innerhalb des Herrschaftsbereiches der Hohen Kammer. Wir lernen zwei Arten von unabhängigen Organisationen kennen. Die Bowery, die sich in kooperativer Neutralität wart und die Organisation der Direktorin, die der Kammer Treue geschworen hat. In diesem Film wird auch das Religionsthema der Assassinenwelt deutlich. Die Hohe Kammer ist sozusagen der Vatikan über der nur noch der Älteste(der Papst) steht, sie bestimmt die Gesetze und den Ehrenkodex, entsendet Richter und Truppen um diese durchzusetzen, bestimmt was geweihter Boden ist auf dem kein Blut vergossen werden darf und exkommuniziert beziehungsweise säkularisiert Personen oder Organisationen, die ihr Wohlwollen verwirkt haben.  Durch Johns Pilgerreise zum Ältesten, die ganz klar an Jesus Reise durch die Wüste angelehnt ist und die religiöse Symbolik wie den Rosenkranz wird dies nochmals deutlich gemacht. Die Organisation der Direktorin erinnert an die russisch-orthodoxe Kirche. Wir erfahren auch, dass die Continental Hotels an den jeweiligen Manager gebunden sind und nicht etwa an die Kammer. Die Manager hingegen sind an die Kammer gebunden. Dies ist insofern ein Unterschied als dass die Mitarbeiter des  Continentals nachdem es säkularisiert wurde, weil Winston sich weigert zurückzutreten, im letzten Gefecht auf der Seite von Winston und John sind.

Wie fand ich den Film?

Die Musik und die Lichteffekte sowie das Szenenbild waren wieder einmal ästhetisch und stimmig. Man bleibt dem Spiel mit dem Licht treu. Es wurde vermehrt mit Spiegeln und Hell-Dunkel Kontrasten gearbeitet, was die Ninjas nochmals realistischer und bedrohlicher wirken ließ. Die Kameraführung war ebenfalls wieder so wie man es von den John Wick Filmen gewohnt ist. Wenige Schnitte, damit die Kampfszenen nicht verschwimmen und viele Perspektivenwechsel. Besonders deutlich wird dies in der letzten Kampfszene zwischen John und Zero. Die Story und Dialoge waren vermehrt gut bis sehr gut. Es ist halt ein Actionfilm und da geht man nicht rein, wenn man gerade gehobene Denkanstöße sucht.  Die Dialoge zwischen John Wick(Keanu Reeves) und Sofia(Halle Berry) waren nicht so gut wie die zwischen John und Winston(Ian McShane). Diese waren deutlich natürlicher, was wohl auch daran liegt, dass die beiden seit mittlerweile 3 Filmen zusammenarbeiten. Ich glaube zwischen Sofia und John ging in der Synchronisation einiges verloren. Der gesamte Casablanca-Plot fühlte sich nicht so stimmig an vor allem, weil er letzten Endes völlig irrelevant war. Zumindest für das Finale dieses Films. John Wick bleibt sich selbst aber treu insofern, dass innerhalb des Wickversums alles realistisch gehalten wird. John muss immernoch nachladen, Handlanger greifen nicht einer nach dem anderen an und werden niedergemetzelt, sondern verhalten sich logisch. Außerdem wie wir schon bei Casino Royal gelernt haben, gibt es eine sehr einfache Methode um Männern unbeschreibliche Schmerzen zuzufügen, die keine besonderen Tricks erfordert und trotzdem unglaublich effektiv ist, weswegen man sich in einigen Actionfilmen fragt, warum die denn kaum jemand nutzt.

Fazit:

Ich mag den Film. Ich fand ihn besser als den ersten Teil und, wie alle John Wick Filme, besser als alle Actionfilme, die ich zuvor gesehen habe. Die teilweise schwache Story wird stark von den SchauspielerInnen und der Szenerie aufgefangen, was dazu führt, dass man sich nie langweilt. Die John Wick Filme fangen an bei mir ein Final-Destination Gefühl zu hinterlassen wodurch man mittlerweile mitspekuliert wie John die nächsten Kills macht.  Beispielsweise wenn man vorher durch eine Bibliothek geführt wurde oder man Bottiche mit geschmolzenem Gold sieht.  Ich kann John Wick 4 nicht erwarten und ich hätte kein Problem damit wenn sie noch 20 weitere Filme machen. Solange der Standard so hoch bleibt. Deswegen und aus dem Grund, weil die Nebenstory, also die Entwicklung der Assasinenwelt, einfach Lust auf mehr macht, erwarte ich schon in Vorfreude die Continental-Serie. Von mir gibt es eine klare Empfehlung. Wer den Film noch im Kino sehen kann sollte dies tun.

Kevin Muhlack

Kevin ist 20 Jahre alt und Redakteur bei E4SY. Er studiert Wirtschaftsmathematik an der Universität Hamburg.

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