Warum das Gehalt der Dax-Vorstände nicht unangemessen ist

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Das Thema der hohen Gehältern von Vorständen in Unternehmen ist nun schon länger in den Medien aktuell. Warum diese durchaus angemessen sind, möchte ich in diesem Beitrag erklären.

Weshalb sollte das hohe Gehalt der Vorstände angemessen sein?

Zuerst möchte ich bitten, sich diesen Artikel komplett durchzulesen, damit auch alles Sinn ergibt. Viele Leute können nicht verstehen, warum diese Menschen sehr viel Geld verdienen. Zum Einstieg möchte ich einen Leserbrief des Artikels „Mehr Gehalt für Dax-Vorstände“ (OZ vom 18. März) zitieren:

“Die Vorstände haben 2016 im Durchschnitt 5,5 Millionen Euro verdient. Das sind sechs Prozent mehr als 2015, da verdienten sie „nur“ 5,2 Millionen Euro. Jeder bekam also 300 000 Euro mehr als im Vorjahr. Diese extrem hohen Bezüge werden von den Aufsichtsräten, in erster Linie also von Großaktionären, genehmigt. Die tun das aber nur, wenn ihre Dividenden von einigen 100 Millionen Euro im Jahr noch weiter ansteigen. Die höchsten Dividenden pro Großaktionär können jährlich 500 Millionen Euro betragen. […]

In dem Leserbrief sind viele falsche Gedanken enthalten. Es zeugt leider von dem niedrigen Finanzbildungszustand in Deutschland. Ich möchte die Dinge deswegen hier klarstellen.

Kommen wir zuallererst einmal zur Erhöhung des Gehaltes. Eine Erhöhung um 6% streben die Gewerkschaften für dieArbeitnehmer auch an, warum sollten Vorstände da eine Ausnahme machen? Da es in Prozent gerechnet wird, klingt die Summe nur deutlich größer, da sie halt ein hohes Gehalt haben. Mit solchen Erhöhungen soll die Inflation geschlagen werden und der Wert leicht steigen.

Das ist zwar absolut logisch, erklärt aber nicht das hohe Gehalt. Es ist korrekt, dass die Gehälter von den Aufsichtsratmitgliedern und den Großaktionären festgelegt werden. Den Aktionären gehört ja auch die Firma und sie haben ihr Geld in diese Firma gesteckt. Es ist somit ihr gutes Recht, selber zu entscheiden wie viel Geld ihr Unternehmen dem Geschäftsführer zahlen soll, damit er es für sie führt. Ein Handwerker dem eine Meisterwerkstatt gehört, ist in einem Beispiel selbst Geschäftsführer (quasi Vorstand) und Gesellschafter (quasi Aktionär) seines kleinen Unternehmens. Er hatte sein Erspartes in die Hand genommen, um seine Werkstatt zu gründen. Er sollte dann doch schließlich auch entscheiden dürfen, welches Gehalt er sich auszahlt, nicht wahr?

Dass die Aktionäre zudem auf eine Dividende scharf sind, ist auch nicht verwerflich, denn sie gingen mit Ihrem Geld ein Risiko ein als sie die Aktien erwarben. Dieses Risiko gehen sie natürlich nicht ein, wenn es nicht die Chance gäbe, dass sie mehr Geld wieder bekommen als sie reingesteckt haben. Hier in Form der Dividende. In unserem Handwerker-Beispiel möchte der Meister ja auch jährlich einen Gewinn einstreichen, schließlich hat er ja sein hart Erspartes Geld in die Werkstatt gesteckt. Gäbe es keine Chance auf einen Gewinn, hätte er es nie investiert und stattdessen wäre er auch einfach Arbeitnehmer geblieben.

Moment mal –  aber als Arbeitnehmer braucht er doch einen Arbeitgeber? Wenn es keine Chance auf einen Gewinn gäbe, warum sollte er dann überhaupt Arbeitgeber werden und ein Unternehmen gründen? Hier sind wir an der Systemrelevanz des Ganzen angelangt. Ohne Aktionäre und Investoren gäbe es viel Dinge nicht: Keine Cola, kein iPhone, keine Playstation, keine Pringles, keine Airlines und unendlich viele Dinge mehr… Zudem fällt übrigens auch die halbe Altersvorsorge der Welt flach, wenn es keine Aktien mehr gibt, denn was machen die Rentenversicherungen? Genau –  sie investieren das Geld in Aktien!

Die hohen Gehälter kommen also nicht durch Willkür zustande, sondern werden auf Leistungsbasis bezahlt. Fallen Leistungsanreize weg, wird keiner mehr bereit sein, besonders hart zu arbeiten, und damit die Gesellschaft voranzubringen. Vorstände tragen eine unglaublich hohe Verantwortung, arbeiten oft über 40 Stunden die Woche und müssen sich sehr gut in ihrer Branche auskennen.

Doch der geistige Durchfall geht weiter: Diese Aussage ist einfach völlig falsch. Wenn die Konzernchefs mehr verdienen,  zahlen Sie zum einen den Spitzensteuersatz in Deutschland, dürfen also sowieso fast die Hälfte des Geldes an den Staat abdrücken, und zum anderen konsumieren sie mit einem Teil des Geldes Produkte, die ebenfalls von “normalen” Menschen hergestellt werden. Damit schaffen sie Jobs und Innovation. Den Teil, den die Reichen sparen, kommt in Form von Investitionen wieder dem Arbeitsplatzaufbau zugute und die Innovation kommt dadurch zustande, dass sie Luxus erwerben. Was ist damit gemeint? Früher war Flugzeugfliegen unglaublich teuer. Hätten es sich die “Reichen” damals nicht geleistet, wäre es nie für den Massenmarkt weiterentwickelt worden und billiger geworden.

Ich hoffe ich konnte dir erklären, wie wichtig diese Dinge für unser System sind. Fallen sie weg, finden wir uns schnell wieder in der DDR wieder und wir wissen ja wie das endete…

Tim Senger

Tim ist Leiter und Chefredakteur von E4SY. 2013 ist er das erste Mal jour­na­lis­tisch für ein Spielemagazin aktiv geworden. Momentan absolviert er zudem ein duales Studium im Bereich Wirtschaft.

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