Paralympischen Spiele in Rio 2016

Die Paralympischen Spiele 2016 in Rio – Nächster Russland Eklat

Russland darf wegen Dopings nicht bei den Paralympischen Spielen 2016 in Rio teilnehmen. Doch die Weißrussen zeigten bei der Eröffnungsfeier in Rio auch die russische Fahne. War es Provokation oder doch nur Solidarität zwischen Nachbarn?

Ausschluss nach McLaren-Bericht

Das Internationale Paralympische Komitee hatte Russland am 7. August ausgeschlossen, nachdem der Sonderermittler Richard McLaren für die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA viele Belege für Doping aufgelistet hatte. Russland war vor Gericht vergeblich gegen die Sperre vorgegangen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) war nach dem McLaren-Bericht einen anderen Weg gegangen: Es beschloss keinen Totalausschluss, sondern stellte die Teilnahme russischer Sportler in das Ermessen der Fachverbände. Deshalb konnte Russland bei den Sommerspielen in Rio mit einer reduzierten Mannschaft antreten, nur Leichtathleten und Gewichtheber blieben gesperrt.

Paralympische Spiele Rio 2016

Solidarität zwischen Nachbarn

Der paralympische Verband in Weißrussland hatte sich schon vor Wochen mit den Russen solidarisiert. Jetzt zeigte die Delegation ihre Verbundenheit auch beim Einzug des Teams am Mittwoch (07.09.16) ins Maracana-Stadion. Der Sportfunktionär Andrej Fomotschkin lief am Ende der Mannschaft und breitete die weiß-blau-rote Flagge mit beiden Armen aus. Er schaffte auf der Tartanbahn mehrere Meter, bevor Offizielle ihm die russische Fahne abnahmen. Fomotschkin (53) leitet das Olympia-Zentrum der weißrussischen Leichtathleten. Die eigene Fahne hatte Speerwerfer Alexander Trypuz getragen.

„Eine Großtat“

„Das Zeigen der Fahne bei der Eröffnungszeremonie war eine Initiative der weißrussischen Delegation“, sagte die Sprecherin des autoritären Präsidenten Alexander Lukaschenko in Minsk. Weißrussland und auch Lukaschenko lehnten den Ausschluss des Nachbarlandes Russland ab, erklärte Natalja Ejsmont gegenüber der Agentur Interfax. „Das war fraglos eine Großtat, was die weißrussischen Paralympiker gemacht haben“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. Auch der Präsident des russischen Paralympischen Komitees, Wladimir Lukin, dankte den Nachbarn.

Bewegende Szenen nach Fackelsturz

Die Eröffnungsfeier der Paralympischen Spiele in Rio hatte doch noch eine echte Großtat zu bieten. Ein zuerst trauriges Ereignis wurde zu einer sehr bewegenden Szene: Marcia Malsar, die als zweite von vier Athleten das paralympische Feuer ins Stadion trug, stürzte mit der Flamme in der Hand. Zwei Volunteers halfen ihr sofort wieder auf die Beine. Die 60.000 Menschen im Stadion Maracana erhoben sich von ihren Sitzen und trugen Malsar mit donnerndem Applaus bis an das Ende ihrer Etappe. Malsar blieb offenbar unverletzt.

Über Jannis Kaftan

Jannis ist beim Magazin E4SY für den Bereich Sport zuständig. In seiner Freizeit spielt er gerne Handball, hängt vor dem PC oder hilft beim Konfirmandenunterricht.

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