Buchrezension Beyond Order von Jordan B Peterson

Buchrezension: Beyond Order von Jordan B. Peterson

Über den Autor

Das Buch hat eine etwas längere Ouvertüre, in welcher der Autor und klinischer Psychologe Jordan B. Peterson etwas über sich und die Entstehung von diesem Buch erzählt. Und gerade weil der Hintergrund von diesem Buch so eindrucksvoll ist, finde ich es wichtig diesen knapp anzusprechen.

Der Autor hat ein sehr schwieriges Los gezogen, seine Frau erkrankte zunähst an einem gutartigen Nierenkrebs und dann an einem bösartigen Tumor, der sie innerhalb eines Jahres töten sollte. Und während seine Frau tapfer um ihr Überleben kämpfte, hatte er buchstäblich bittere Pillen zu schlucken: Angst-lösende Mittel (Benzodiazepin). Als er dann versuchte Benzodiazepin abzusetzen, landete er im künstlichen Koma, während seine Frau nun alleine um ihr Leben kämpfte, war er im Koma und konnte nichts für sie tun. Genau zu dieser Zeit entstand das Buch, während der Autor eine sehr schwierige Zeit hatte, was es für mich umso bedeutungstragender macht, weil sich Jordan B. Peterson wie ich finde sehr viele Gedanken über das Leben gemacht hat, während er so viel mit dem Tod konfrontiert wurde.

Über das Buch

Es umfasst knapp 400 Seiten und trägt den Titel „BEYOND ORDER-JENSEITS DER ORDNUNG: 12 weitere Regeln für das Leben“. Wie der Titel es schon verrät, erklärt Jordan B. Peterson 12 Regeln für das Leben. Das ist eine Art eine Fortsetzung seines internationalen Bestsellers „12 Rules for Life“. Man muss dieses aber nicht gelesen haben, um „BEYOND ORDER“ zu verstehen. Dabei behandelt er ganz verschiedene Themenbereiche, wie z.B. „Machen Sie soziale Einrichtungen oder gestalterisches Wirken nicht gedankenlos schlecht“ (Kapitel 1, S. 25) bis hin zu „Geben sie Ideologien auf“ (Kapitel 6, S. 173). Jedes Kapitel unterteilt sich auch in einzelne Teilbereiche, welche er diskutiert. Oftmals verwendet er anonymisierte Fälle seiner Patienten, um besser zu klären, was er meint und wie das menschliche Verhalten zu deuten ist.

Meine Meinung

Die Vorgeschichte des Autoren hat mich auf jeden Fall gefesselt. Anfangs war ich jedoch sehr irritiert, weil der erste Kapitel so abstrakt und in die Welt geworfen ist „Machen Sie soziale Einrichtungen oder gestalterisches Wirken nicht gedankenlos schlecht“ (Kapitel 1, S. 25). Doch je mehr ich gelesen habe, desto mehr habe ich verstanden worum es in diesem Buch geht: Es ist keine Anweisung irgendwie zu Leben, wie ich es erwartet habe, das sind Regeln und Eindrücke, die der Autor in seinem Leben gesammelt hat und versucht zu deuten. Die meisten von ihnen werden mein Leben nicht wirklich verändern oder ins positive schwingen, sondern es sind einfach nur Worte eines Mannes, der sehr viel erlebt hat und die mich zum Nachdenken bringen sollten. Es sind Erinnerungen daran, dass man im Leben z.B. Nichts tun soll, was man verabscheut (Kapitel 5, S. 159), weil es zu kurz dafür ist. Natürlich kann man jetzt sagen, dass dies nichts originelles ist, aber für mich haben wie Worte in diesem Buch sehr viel Gewicht gehabt, auch wenn man so etwas wie „Seien Sie trotz der eigenen Leiden dankbar“ (Kapitel 12, S. 363) schon oft in seinem Leben gehört hat, wird es durch Erzählungen von bestimmten Personen ins Gehirn gebrannt und genau hierbei hatte ich den Eindruck.

Was ich persönlich sehr schön fand, waren die Bilder zu jedem Kapitel und das der Autor verschiedene Dichter wie Robert Burns (S. 48) oder Philosophen wie Sokrates (S. 74) miteinbezogen hat und zumindest mein Allgemeinwissen dadurch erweitert hat. Generell weist der Autor ein sehr breites Interessenspektrum auf und wendet es in diesem Buch an. Was mich positiv überrascht hat, war die Analyse von biblischen Stellen in Anbetracht des menschlichen Verhaltens, weil ich Atheist bin und das zuerst mir neuartig fand, aber die Deutungen und Erklärungen haben voll kommend Sinn gemacht und mich sogar etwas an Theologie interessiert.

Habt ihr das Buch gelesen oder habt ihr andere Anregungen oder Fragen? Sehr gerne könnt ihr ein Kommentar hinterlassen! 🙂

Über Kinga Sadovskaia

Kinga Sadovskaia 17 Jahre alt und seit 2020 e4sy Redakteurin. Momentan Schülerin und arbeitet an ihrem Abitur. Ihre Freizeit verbringt sie am Liebsten mit lesen, schreiben und musizieren.

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