Kampf gegen IS – Russland fliegt Luftangriffe und Bodenoffensive von Saudi-Arabien

Russland flog in den letzten Tagen über 900 Luftangriffe gegen IS-Stellungen und Saudi-Arabien startet eine Bodenoffensive. Im Kampf gegen IS Stellungen wird es zusehends heißer!

Russland unterstützt Pro-Assad-Milizen im Kampf gegen IS mit Bombenangriffen

Während in dieser Woche eigentlich in Genf über Frieden in Syrien verhandelt werden sollte, flog Russland so viele Bombenangriffe wie noch nie. Nach russischen Angaben wurden in den letzten Tagen über 900 Luftangriffe geflogen.

Dabei nutzen sie immer die gleiche Strategie: Zuerst bomben die russischen Kampfjets den Weg frei, danach rücken die Milizen (welche im Namen Assads kämpfen) in die Trümmerfelder vor. Die Milizen bestehen mittlerweile aus Afghanen, Libanesen und weitere Nicht-Syrer, da die meisten Syrer bereits aus ihrem eigenen Land geflohen sind.

Saudi-Arabiens Bodenoffensive im Kampf gegen IS

Offiziell verkündete Ahmed al-Asiri: “Ich möchte heute über den Kanal al-Arabiya bekanntgeben, dass Saudi-Arabien bereit ist, an allen Bodenoperationen gegen den IS in Syrien teilzunehmen, wenn sich die Führung der Koalition darauf einigt.”

“Diese Nachricht ist hoch willkommen”, antwortete der US Verteidigungsminister Ashton Carter. Saudi-Arabien zeige seine Bereitschaft, die Führungsrolle der islamischen Länder im Kampf gegen die Terrororganisation Islamischer Staat (IS) zu übernehmen.

Saudi-Araber kämpfen gegen Saudi-Araber?

Eine Bodenoffensive gegen den IS ist für Saudi-Arabien allerdings riskant, denn sie würde dem Land ein ideologisches Ultimatum stellen. Geht es nach dem Gesellschaftsbild, liegen Saudi-Arabien und der IS nämlich gar nicht so weit voneinander entfernt.

Die Tageszeitung “al-Hayat” führte im August 2014 eine Umfrage in Saudi-Arabien durch. Demnach waren 92 Prozent der Befragten der Ansicht, dass der IS mit den Werten des Islams und der Scharia übereinstimme. Tausende Saudi-Araber haben sich den Dschihadisten in Syrien und im Irak angeschlossen. Sie stellen damit eine der größten Gruppen unter den ausländischen IS-Kämpfern dar. Eine Bodenoffensive hätte damit zur Folge, dass Saudi-Araber unteranderem gegen Saudi-Araber kämpfen würden – für einen Staat, in dem Familien- und Stammesbeziehungen eine entscheidende Rolle spielen, ist das bislang eine ungeheuerliche Vorstellung.

Hinzu kommt auch, dass Saudi-Arabiens Erzfeind Iran die Entsendung der Truppen nicht als Angriff gegen den IS, sondern als Bedrohung seiner eigenen Interessen interpretieren würde. Auch sie haben tausende Truppen nach Syrien geschickt, die auf Seiten des Assad-Regimes kämpfen. Sollte Saudi-Arabien auch Soldaten in den Kampf gegen IS Stellungen schicken, könne eine direkte Konfrontation zwischen beiden Staaten drohen.

Bildquelle: © AP Photo/ Militant website via AP, File

Tim Senger

Tim ist Leiter und Chefredakteur von E4SY. 2013 ist er das erste Mal jour­na­lis­tisch für ein Spielemagazin aktiv geworden. Momentan absolviert er zudem ein duales Studium im Bereich Wirtschaft.

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