Briefkasten in Panama Papers Steuerhinterziehung

Briefkasten in Panama – Warum das echt nicht so nett ist!

Puh, wieder ganz schön viel Tumult um die Steuerhinterzieher. Diesmal machen sie es mit einem Briefkasten in Panama. Was dies bedeutet, wie es funktioniert und warum es echt nicht so nett ist, erfahrt ihr hier!

Briefkasten in Panama – Warum das echt nicht so nett ist!

Heute schon draußen gewesen? Wenn ja, hast Du vermutlich eine Straße genutzt oder bist auf dem Bürgersteig gegangen. Ich gehe mal davon aus, dass die Straße in einem halbwegs guten Zustand war. Wir Deutschen haben es da eigentlich ganz gut. Die meisten Verkehrswege kann man gefahrlos benutzen, ohne sich das Bein zu brechen oder das eigene Auto zu schrotten.

Autobahnen, Fahrradwege oder Fußgängerzonen haben eines gemeinsam: In der überwiegenden Anzahl gehören sie dem Staat. Der schneidet Sträucher entlang der Wege und flickt Schlaglöcher nach dem Winter. Für Dich ist das selbstverständlich? Für mich auch. Infrastruktur instand zu halten ist eine Kernaufgabe des Staates. Die Reparaturen wiederum werden aus Steuereinnahmen bezahlt. Was aber, wenn niemand mehr Steuern zahlt? Diese Frage stellt sich angesichts der immer neuen Enthüllungen aus den sogenannten „Panama Papers“.

Die wichtigsten Fakten über „Panama Papers

Worum geht es?

Ein internationales Journalisten-Netzwerk bekam einen gigantischen Datensatz zugespielt, der Infos über tausende Menschen weltweit enthält, die ihr Geld mittels Briefkastenfirmen im Ausland deponieren.

Wer ist betroffen?

Im Datensatz tauchen die Namen von Prominenten, wie dem Formel1-Fahrer Nico Rosberg, dem Fußballer Lionel Messi, dem König Saudi-Arabiens und engen Vertrauten Vladimir Putins, auf. Das erste „Opfer“ könnte der Staatschef Islands sein: Gegen ihn wurde ein Misstrauensvotum erhoben. Sein Job ist in Gefahr.

Wie legal sind Briefkastenfirmen?

Im Grunde total legal. Bisher ist es nicht verboten, eine Firma im Ausland zu betreiben. Allerdings stellt sich die Frage, warum so viele reiche Menschen Firmen als Briefkasten in Panama besitzen. Der Verdacht, sie könnten etwas zu verbergen haben, liegt zumindest nahe.

Wie funktionieren Briefkastenfirmen?

Dies erklärt ein Video von der Süddeutschen Zeitung am besten:

„Die wahren Fieslinge“

Keine Sorge: Die meisten Deutschen zahlen fleißig und verlässlich. Seit Sonntagabend wissen wir aber auch: Es sind nicht alle. Formel-1-Star Nico Rosberg zum Beispiel verschob wohl Geld ins Ausland, vermutlich mit einem Briefkasten in Panama. Sein Anwalt schloss ein Fehlverhalten seines Mandanten aus. Es bleibt aber ein bitterer Beigeschmack. Denn Geld ins Ausland schaffen – das machen gerne Leute, die zu Hause keine Steuern zahlen wollen.

Weltweit scheint es haufenweise Superreiche zu geben, die ihre Peseten lieber in der mittelamerikanischen Sonne als in einem neuen Belag für die A3 sehen. Fatal, denn täte das jeder, wären wir wohl schnell auf dem Stand Somalias und Deutschland pleite.

Kein Wunder also, dass Politiker wütend reagieren. „Diese Betrüger sind die wahren Asozialen“, pöbelte Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) zum Beispiel in der „Süddeutschen Zeitung“, die die „Panama Papers“ aufgedeckt hatte. Parteigenossin Katarina Barley wütete: „Das ist Schwerstkriminalität, die dem Allgemeinwesen aufs Härteste schadet. Steuerhinterziehung ist asozial und Betrug an der Gesellschaft.“ Harte Worte. Aber wohl mit einem wahren Kern.

Über Tim Senger

Tim ist Leiter und Chefredakteur von E4SY. 2013 ist er das erste Mal jour­na­lis­tisch für ein Spielemagazin aktiv geworden. Momentan absolviert er zudem ein duales Studium im Bereich Wirtschaft.

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