Minimaps in Spielen – Gedanken um ein unscheinbares Thema

Minimaps in Spielen - Minimap Gaming Kolumne

Minimaps, sie sind meist da und werden trotzdem nicht groß beachtet. Ich habe mir mal die Minimaps in Spielen näher angeschaut und ein paar Gedanken um dieses eigentlich unscheinbare Thema gemacht.

Wer, so wie ich, in den meisten Open-World-Spielen oder Spielen, die einfach nur umfangreiche Umgebungen haben, nach zweimal Umdrehen die Orientierung verloren hat, ist meistens froh, wenn es ein kleines Helferlein wie z.B. Zielmarker oder eben Minimaps gibt, die das verwirrte Umherlaufen etwas in Grenzen halten. Ich geb’s ja zu, bei der Orientierung bin ich eine totale Null. Aber habe ich nicht einfach nur verlernt, mir markante Wegpunkte zu merken, weil mir das Spiel ja sowieso immer automatisch zeigt, wo’s langgeht?

Minimaps in Spielen – Gedanken um ein unscheinbares Thema

Minimaps zeigen mir praktischerweise meist nicht nur einen kleinen Ausschnitt der Umgebung – oft mit Gebäuden oder Wegen – sondern dienen vor allem in Shootern (oder generell Spielen mit Gegnern) dazu, die Positionen potentieller Feinde zu erkennen. Gerade bei Schleichspielen ist es zusätzlich hilfreich, auch noch die Blickrichtung von Gegnern zu erkennen, um so ungesehen vorbeihuschen zu können. Leider habe ich mich aber viel zu oft dabei ertappt, dass ich einfach nur auf die Minimap gestarrt habe, statt wirklich das Spielgeschehen zu verfolgen, was doch irgendwie schade ist.

Wenn ich so einen Blick auf die Minimaps in Spielen werfe, dann werden mir auch oft noch sammelbare Gegenstände, nützliche Fahrzeuge oder sogar die Wege zu einem anvisierten Ziel angezeigt. Da ist dann ein geschicktes Designerhändchen gefragt, damit die kleine Anzeige noch übersichtlich bleibt und den Spieler unterstützt. Ansonsten ist hier dem Erfindungsreichtum wohl kaum eine Grenze gesetzt. Passend zum Spielthema gibt es dann spartanisch nüchterne Maps oder fantasiereich gestaltete, die zusätzlich mit Gesundheitsbalken oder ähnlichem schmückendem Beiwerk verziert sind.

Hier einige Beispiele, die ich in meinem Fundus ausgegraben habe. Vielleicht erkennt der eine oder andere ja die Minimap seines Lieblingsspiels.

minimaps in Spielen - E4SY

Aber brauchen wir das alles eigentlich? Klar ist es schwierig, sich in einem großen Gelände zurechtzufinden und natürlich vereinfacht eine Minimap die Orientierung auf kurze Distanz. Aber vielleicht geht dadurch ein wenig die Lust auf das Erkunden der Umgebung und das Absuchen von möglichen Verstecken verloren. Ich muss meinen Gegner nicht mehr genau beobachten. Es reicht, wenn ich auf der Map sehe, dass er gerade um eine entferne Ecke gebogen ist und mir nicht mehr gefährlich werden kann.

Gerade wieder ist mir beim Spielen von »Rise of the Tomb Raider« aufgefallen, dass viele Spiele auch ohne Minimap sehr gut zu spielen sind. Ab und zu ein Blick auf die Übersichtskarte und das Setzen von eigenen Zielmarkern genügt meistens, um auch solchen Orientierungsnieten wie mir den Weg zum Ziel zu zeigen. Anfangs war ich etwas irritiert, habe aber festgestellt, dass ich diese Informationen eigentlich gar nicht brauche. Vor allem dann nicht, wenn das Spiel eine so tolle Umgebung bietet, dass jegliche Anzeige den optischen Genuss nur negativ beeinträchtigen würde. Eine große Karte steht ja in den meisten Fällen sowieso zur Verfügung, also wieso sollte man auf eine Minimap nicht mal verzichten. Man würde so viel mehr von der Umgebung mitbekommen und die Immersion wäre meiner Meinung nach in diesem Fall viel besser. Sammelbare Gegenstände oder feindlich gesonnene Gegenspieler werden dann eben auf andere Weise kenntlich gemacht und das meist wesentlich unaufdringlicher.

Natürlich gibt es Ausnahmen, bei denen auf eine Minimap kaum verzichtet werden kann. Das sind dann Spiele, in denen der Feindkontakt als elementares Spielelement im Vordergrund steht, wie z.B. im Multiplayer von »Call of Duty«, und es nicht darum geht, ausgiebig seine Umgebung zu erkunden. Aber auch hier wird z.B. ein Feind nur angezeigt, wenn er seine Waffe benutzt. Zu einfach will man es den Spielern ja auch nicht machen.

In vielen Spielen gibt es auch die Möglichkeit, die Minimap einfach auszuschalten. Vielleicht sollte ich das wirklich öfter mal probieren, um so noch tiefer in das Spielgeschehen einzutauchen.

Was sind eure Überlegungen dazu? Findet ihr Minimaps in Spielen hilfreich oder manchmal auch überflüssig? Oder habt ihr eine Minimap in eurem Spiel, die besonders außergewöhnlich ist? Dann lasst es uns wissen.

Tim Senger

Tim ist Leiter und Chefredakteur von E4SY. 2013 ist er das erste Mal jour­na­lis­tisch für ein Spielemagazin aktiv geworden. Momentan absolviert er zudem ein duales Studium im Bereich Wirtschaft.

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