Psychologie der Liebe: Persönliche Entwicklung durch Partnerbeziehungen

Jacob Needleman sagte zu seinen Lebzeiten, dass Menschen unvollständig geboren werden, und bis zu Ihrem Tod die zweite Hälfte suchen, um ganz zu werden. Das ist eine sehr romantische und gleichzeitig traurige Vorstellung von Liebe, denn einerseits hat man die Hoffnung, dass irgendwo auf dieser großen Welt jemand ist, der nur für mich bestimmt ist, andererseits besteht die Gefahr den richtigen zu verpassen oder nicht zu erkennen. Wahrscheinlich wurde jeder mindestens ein mal in seinem Leben von dem Pfeil des Amors getroffen, dabei kann man meistens gar nicht sagen, was genau uns an bestimmten Menschen gefällt. Für viele ist Liebe eine unbeeinflussbare Kraft, welche sie verrückt macht, und dennoch ist Liebe ist ein Teilgebiet der Psychologie, welcher erstaunlich wenig erforscht wurde. Entzauberung der Liebe durch wissenschaftliche Objektivität? Der Autor Jürg Willi beantwortet und thematisiert in seinen Büchern verschiedene Themen rund um die Liebe, in diesem Buch konzentriert er sich auf die persönliche Entwicklung durch Partnerbeziehungen.

Zum Buch

Das von Jürg Willi verfasste Buch “Psychologie der Liebe: Persönliche Entwicklung durch Partnerbeziehungen” wurde vom Klett-Cotta Verlag veröffentlicht und umfasst 328 Seiten. Das Genre ist Systematische Psychotherapie. Dabei ist Prof. Dr. med. Dr. h. c. Jürg Willi ein erfahrener Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie.
Unterteilt ist das Buch in drei Hauptkapitel:

A.) Grundlagen einer Liebesbeziehung
B.) Die Liebesbeziehung als Prozess
C.)Die beziehungsökologische Perspektive der Paartherapie

Alle drei werden in kleineren Unterkapitel gegliedert, welche leicht zu lesen sind und sich nicht in die Länge ziehen.
Thematisiert werden die verschiedensten Fakten und Fragen, wie z.B. einige Grundideen, dass es sechs Liebesstile gibt: Eros, Ludus, freundschaftlich, besitzergreifend, pragmatish und altruistisch oder dass die Liebe aus drei Komponenten besteht: Intimität, Leidenschaft und Verbindlichkeit. Eine wichtige Rolle trägt die Koevolution der beiden Partner einer Beziehung in diesem Buch: Was nehme ich mir aus dieser Beziehung mit? Was macht sie mit meiner Persönlichkeit?
Menschen entwickeln sich durch und in Beziehungen, wir lernen uns selber besser kennen, wenn wir dem Partner erklären müssen, was wir wollen. Und was sind eigentlich die Gründe für Liebe? Ist Liebe nur ein biologischer Trieb und dient dem primitiven Überlebensvorteil? Suche ich meinen Lebenspartner der neurotischen Endogamie, der Exogamie oder doch der narzisstischen Objektwahl nach aus und was ist das eigentlich?

Meine Meinung

Ich fand das Buch sehr informativ und interessant, denn es ist ein Gebiet, in welchem ich mich nicht gut auskenne und es dennoch Tag täglich auslebe, wie wahrscheinlich die meisten Menschen auf dieser Welt. Wir wissen nicht was wir genau tun oder wieso wir das machen, aber verlassen uns auf unser Bauchgefühl. Manchmal scheitern unsere Beziehungen und wir verstehen nicht warum, beschuldigen uns selber oder den Partner ohne objektiv daranzugeben und vielleicht zu merken worin der eigentliche Kern des Problems ist uns wie wir dieses beheben können, um möglichst gute Beziehungen in der Zukunft zu führen. Ist es nicht wichtig sich selber, seine Gefühle und im besten Fall die der andere zu verstehen? Wieso habe ich mich verliebt: Projiziere ich nur meine Wünsche auf einen Menschen, der es gar nicht so ist wie ich es mir erhoffe oder habe ich meinen Animus oder Anima gefunden, welcher mich unterstützt, lehrt und liebt?
Das Buch gab auch mehrere kurze Geschichten als Beispiele zu verschiedenen Sachverhalten, sodass man vieles besser nachvollziehen konnte. Ein Kapitel, welcher mich erstaunt hat war: „Religiöse Vertiefung der Liebe“. Ich hätte als Atheist schlicht und einfach nicht gedacht, dass dieses religiöse Thema in einem solchen Buch aufgegriffen wird, aber nach dem Lesen, wurde mir klar, dass es für viele Menschen, wenn auch nicht mich, ein wichtiges Thema sein könnte, weil es zum Teil ihrer persönlichen Entwicklung gehört.
Wenn man anfängt sich Gedanken über die Liebe zu machen, ist es als würde man ein schwarzes Loch öffnen, denn es gibt so viele Fragen und Zusammenhänge. Das Buch Psychologie der Liebe hat mir sehr viel beigebracht, und vor allem aber bewusst gemacht. Zu empfehlen ist das Buch an alle, die sich etwas mehr mit sich selber beschäftigen möchten. Wer bin ich, was will ich und warum will ich das? Jürg Willi gibt Gefühlen und Verhaltensmustern einen Namen.

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Über Kinga Sadovskaia

Kinga Sadovskaia 17 Jahre alt und seit 2020 e4sy Redakteurin. Momentan Schülerin und arbeitet an ihrem Abitur. Ihre Freizeit verbringt sie am Liebsten mit lesen, schreiben und musizieren.

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