26. Jubiläum des Tages der Deutschen Einheit

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Zum 26. Mal wird nun in Deutschland der Tag der Deutschen Einheit am 3.Oktober gefeiert. Geehrt wird das Datum, welches ein Grundstein des heutigen Deutschlands markiert, mit vielen Festen und Veranstaltungen. Aber was genau wird eigentlich gefeiert? Das erklären wir im folgenden Artikel.

Artikelbild: Bundesarchiv, Bild 183-1990-1003-400 / Grimm, Peer / CC-BY-SA 3.0, Bundesarchiv Bild 183-1990-1003-400, Berlin, deutsche Vereinigung, vor dem Reichstag, CC BY-SA 3.0 DE Wie bereits seit 26 Jahren gilt der Tag der Deutschen Arbeit als landesweiter Feiertag und erinnert jährlich immer wieder an die Vereinigung von Ost-und Westdeutschland. Wer an die Deutsche Wiedervereinigung denkt, sollte zwei wichtige Daten im Kopf haben, die für dieses historische Ereignis wichtig sind. Am 9. November 1989 fiel die Mauer, am 3. Oktober 1990 trat die Deutsche Demokratische Republik offiziell der Bundesrepublik Deutschland bei. Gefeiert wird beides mit dem Tag der Deutschen Einheit jährlich am 3. Oktober.

28 Jahre lang teilte die Berliner Mauer Deutschland in Ost und West. Weil die DDR aufgrund ihrer schlechten Wirtschaftslage mit zunehmender Auswanderung zu kämpfen hatte, beschloss die SED-Führung unter Walter Ulbricht am 13. August 1961 den Mauerbau. In Erinnerung blieb der Satz des DDR-Staatsratsvorsitzenden Ulbricht auf einer Pressekonferenz zwei Monate zuvor: „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten.“ Der SED-Diktatur war durch die Zementierung der Teilung Deutschlands von da an nicht mehr zu entkommen. 28 Jahre lang blieb die Mauer bestehen, die viele Familien trennte. Die beiden Teile Deutschlands entwickelten sich zunehmend nicht nur wirtschaftlich in verschiedene Richtungen. Es wuchs auch eine neue Generation heran, die mit der Mauer aufwuchs und kein geeintes Deutschland kannte. Die westdeutsche Entspannungspolitik führte zu einem friedlichen Nebeneinander von Ost und West.

In der DDR entwickelte sich mit den Jahren der Teilung eine immer größer werdende Opposition, die sich gegen die Bevormundung der SED-Führung stellte und sich für mehr Freiheiten, vor allem was die Ausreiseregelungen betraf, einsetzte. Die Rufe nach Reformen wurden Ende der 1980er Jahre lauter und führten zum revolutionären Herbst 1989. Mit dem in Erinnerung gebliebenen Ruf „Wir sind das Volk“ begannen im September 1989 die friedlichen Montagsdemonstrationen in der gesamten DDR.

Als Schlüsselereignis auf dem Weg zum Mauerfall gilt die Rede des damaligen Bundesaußenministers Hans-Dietrich Genscher, der am 30. September 1989 auf dem Balkon der bundesdeutschen Botschaft in Prag 5.000 DDR-Flüchtlingen mitteilte, dass sie endlich ausreisen dürften. Die berühmten Worte „Liebe Landsleute! Im Namen der Bundesrepublik begrüße ich Sie als Deutsche unter Deutschen. Wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise …“ – hier brach bereits der Jubel los – „… möglich geworden ist“, haben sich bis heute ins Gedächtnis vieler ehemaliger DDR-Bürger eingebrannt.

Auf Druck der Bevölkerung bereitete die SED-Führung für den 10. November 1989 ein neues Reisegesetz vor, das die Ausreise der DDR-Bürger erleichtern sollte, jedoch nicht ohne jede Einschränkung. Am Abend zuvor gab der für Pressefragen zuständige Günter Schabowski auf einer Pressekonferenz aufgrund eines Abstimmungsfehlers bekannt, dass eine Reisegenehmigung von nun an ohne besondere Voraussetzungen „sofort und unverzüglich“ erteilt werden würde. Die überraschte DDR-Bevölkerung eilte noch in der Nacht zu den Grenzübergängen, die aufgrund des riesigen Andrangs dann auch geöffnet wurden. So fiel am 9. November 1989 die Berliner Mauer.
Von nun an konnten Gespräche zur Einigung Deutschlands aufgenommen werden. Ein Ende der fast einjährigen Verhandlungen wurde im Vertrag zur Herstellung der Einheit Deutschlands gefunden. Der Beitrittstermin der DDR zur Bundesrepublik Deutschland wurde auf den 3. Oktober 1990 festgelegt.

Wann sollte nun die Wiedervereinigung Deutschlands gefeiert werden? Mit den beiden Eckdaten 9. November 1989 und 3. Oktober 1990 standen zwei Tage zur Auswahl, um zum deutschen Nationalfeiertag zu werden. Auf den 9. November fallen dabei mehrere für Deutschland bedeutende Ereignisse: der Ausruf der Republik nach dem Ersten Weltkrieg 1918, der Hitler-Ludendorff-Putsch 1923 und die Novemberpogrome von 1938 sind genau so am 9. November passiert wie der Fall der Mauer. Vor allem die beiden Ereignisse mit nationalsozialistischer Bedeutung führten dazu, dass letztendlich die offizielle Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 als Anlass für eine Einführung eines nationalen Feiertags ausgewählt wurde. Dieser soll seither das Zusammengehörigkeitsgefühl der Deutschen stärken und tut dies 2016 zum 26. Mal. Die Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit 2016 sind vom 1. bis 3. Oktober 2016 unter dem Motto „Brücken bauen“ in Dresden geplant.

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