Niemand Dry Gin – Die Revolution für Cocktails?

Dry Gin Niemand

Der aktuelle Trend in der Alkohollandschaft geht zum Handgemachten: Je selbstgemachter, desto besser, je kleiner das Destillat desto exklusiver der Geschmack. Angefangen hat der Trend mit sogenannten Craft-Bieren und macht nun auch vor den Klassikern wie Gin, Wodka oder auch Rum nicht halt. Wir haben solch einen „Exklusiv-Gin“ getestet und verraten euch, ob er sein Geld wert ist.
Man stelle sich vor, es ist Freitagabend, man steht vor dem Spirituosen Regal und sucht nach etwas neuem. Etwas, dass man in der Art noch nie getrunken hat. Das Auge fällt auf eine kleine eher unscheinbar wirkende rosa Flasche mit der Aufschrift „Niemand Dry Gin“. Das Design ist eher schlicht gehalten, überzeugt aber durch eine zierliche schwarze Verzierung, die sich ringsherum um die Flasche zieht.

Das Startup aus Hannover

Hannover Niemand Dry Gin„Handcrafted“ liest sich in gebogenen Buchstaben über dem Markennamen. Dies verweist auf Sebastian Otto und Torben Paradiek, die seit 2015 in einer kleinen Destille in Hannover diesen Gin selbst produzieren.
„Niemand ist da. Der Premium Gin überrascht mit einem blumige-frischen Charakter. Die facettenreiche Geschmackskomplexität der 10 handverlesenen Botanicals wird maßgeblich durch Sandelholz & Lavendel geprägt und erinnert an einen Frühlingspaziergang durch den Nadelwald“
Die Beschreibung vom Niemand Dry Gin liest sich schon mal sehr hochtrabend. Ich bin skeptisch, ob ich den „Frühlingspaziergang durch den Nadelwald“ tatsächlich in meinem Cocktail wiederfinden kann. Unser Prozedere läuft folgendermaßen ab: Nachdem wir den Gin kalt gestellt und für genügend Eiswürfel gesorgt haben, werden wir zunächst den „puren“ Geschmack und anschließend in verschiedenen Cocktails probieren. Eine große Bandbreite von Cocktail Rezepten, findet man auf der Website von Niemand, welche klangvolle Namen wie „Rosmary Smash“ oder „Sonnengott“ tragen.

Das wichtigste: Geschmack

Beim Öffnen der Flasche fällt zunächst ein sehr angenehmer Rosmaringeruch auf. Bevor ich allerdings Cocktails mit dem Gin mische, probiere ich diesen zunächst pur. Es fällt ein starker, aber nicht unangenehmer Kräutergeschmack auf, der sich durch die gesamte Mundgegend bis hin zur Speiseröhre zieht. Im Gegensatz zu billigeren Gins muss man dem Niemand Dry Gin auf jeden Fall zugute halten, dass er einerseits sogar pur (ich trinke Gin normalerweise nicht gerne pur) sehr wohlschmeckend ist und andererseits für ein angenehmes Gefühl in der Magengegend sorgt.

Die Fortsetzung vom Geschmack: Cocktails

Gin Tonic NiemandDennoch ist für mich Gin vorwiegend ein Mischgetränk, weswegen meine Mittester und ich uns an das Mischen von einigen Cocktails machen. Wir starten mit einem Klassiker:

Gin Tonic besteht aus einer Mischung von Gin und Tonic Water sowie einer Gurke und etwas Eis. Als besonderes Topping geben wir noch einen Rosmarin-zweig hinzu. Hier besticht der Niemand Dry Gin, indem er hervorragend mit dem leicht bitteren Geschmack vom Tonic Water harmoniert und in Verbindung mit der Gurke und dem Rosmarinzweig, dem Coktail einen „abgerundeten“ Geschmack gibt.

Fortfolgend mixen wir den Cocktail mit dem klangvollen Namen „Rosmary Smash“. Dieser besteht aus Gin, Zitronensaft (den wir hierfür frisch gepresst haben; sehr zu empfehlen), etwas Zuckersirup und wieder einem Rosmarinzweig. Schnell kristallisiert sich heraus, dass dies mein neuer Lieblingscocktail ist. Nicht zu süß, aber eben auch nicht zu herb, bilden die Zutaten ein hervorragendes Geschmackserlebnis, das meinen bis dato favorisierten Cocktail „Moscow Mule“ um Längen schlägt.
Abschließend mischen wir den „Negroni“. Dieser Cocktail besteht neben Gin (wer hätte es gedacht), aus Limettensaft und dem zunächst etwas gewöhnungsbedürftig erscheinenden Rote Beete-Sirup. Alles in allem überzeugt mich der Cocktail eher weniger, jedoch ist hier erneut der delikat schmeckende Gin hervorzuheben.

Fazit

Ich bin wirklich begeistert vom Niemand Dry Gin! Ich hätte niemals gedacht, dass ein Gin derart einen Cocktail aufwerten kann und finde, dass die silberne Medaille beim Los Angeles International Spirits Competition 2017 und bei der International Wine & Spirits Competition 2017 völlig verdient sind. Es lohnt sich wirklich, ein paar Euro beim Gin-Kauf drauf zu legen, da die Qualität der Cocktails um Längen steigt.
Was sind eure Lieblingscocktails und könnt ihr euch vorstellen, in Zukunft den „Negroni“ oder den „Rosmary Smash“ zu mischen? Ich kann und werde es definitiv und freue mich über eure Kommentare!

Jonah Grütters

Jonah ist 18 Jahre alt und Redakteur bei E4SY. Er studiert Humanmedizin an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Seine Freizeit verbringt er mit Kampfsport, Schwimmen, Klavier spielen, Hochschulpolitik und Gaming.

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