Die Überraschungsmannschaften der Saison

Die Überraschungsmannschaften der Saison

Nachdem mehr als zwei Drittel der aktuellen Bundesligasaison vergangen sind, ist die Zeit reif für ein erstes Fazit: Welche Mannschaft konnte positive überraschen und von welchem Team hätte man zu diesem Saisonzeitpunkt mehr erwartet? Wenn es eine echte Überraschung in dieser Saison gibt, dann ist es das starke Abschneiden von Eintracht Frankfurt. Das Team von Niko Kovac hat noch immer beste Chancen, die Champions-League-Ränge zu erreichen. Ebenfalls überraschend stark präsentiert sich Hannover 96. Die TSG Hoffenheim enttäuscht dagegen in dieser Saison, der einst als Wundertrainer gefeierte Julian Nagelsmann wirkt teilweise hilflos.

Boateng hält den Laden zusammen

Eintracht Frankfurt spielt in dieser Saison attraktiven, strukturierten Fußball. Das liegt zum einen an der klugen Personalpolitik des Vereins. Kevin-Prince Boateng sorgt mit all seiner Erfahrung für Sicherheit im Mittelfeld der Frankfurter. Zudem geht er stets mit großer Motivation in die Spiele und reißt damit die ganze Mannschaft mit. Dazu kommen starke Nachwuchskräfte wie Marius Wolf und Danny Da Costa. Im Angriff sorgt Sebastien Haller für Torgefahr, schon achtmal war der Franzose in dieser Saison erfolgreich. Eine Teilnahme an der Champions League scheint nicht mehr unrealistisch. Nur die Meisterschaft ist unerreichbar, die Bayern führen weiterhin mit knapp 20 Punkten Vorsprung die Tabelle an. Seit dem Gewinn des Supercups zu Saisonbeginn gegen Dortmund, machen die Bayern in der Liga, was sie wollen. Selbst die kurzzeitige Schwächephase unter Carlo Ancelotti konnte daran nichts ändern. Auch der Sieg im DFB-Pokal ist für die Eintracht noch möglich, im Halbfinale wartet Schalke 04. Die Eintracht ist infolge des starken Auftretens auch in der Gunst von Wettanbietern gestiegen. Die Chance auf den Gewinn des DFB-Pokals der Schalker bewertet Betway Stand 2. März immerhin mit einer Quote von 15,00. Mindestens genauso wichtig für derzeitigen Erfolg der Frankfurter ist Trainer Niko Kovac. Zwölf Siege und sechs Unentschieden hat seine Mannschaft unter seiner Leitung in dieser Saison schon eingefahren. Kein Wunder, dass Kovac nun auch Begehrlichkeiten bei den Bayern geweckt hat. Der 72-jährige Jupp Heynckes hat bereits mehrmals klargemacht, dass für ihn nach dieser Saison definitiv Schluss ist.

Salif Sané räumt ab

Ebenfalls eine starke Saison spielt Hannover 96. Das Ziel des Aufsteigers war lediglich, die Klasse zu halten. Doch nun scheint sogar die Europa League möglich. Acht Siege und acht Unentschieden sind insbesondere für einen Aufsteiger eine richtig starke Bilanz. Mit seinem unaufgeregten Stil hat Trainer André Breitenreiter sein Team fest in der Liga etabliert. Salif Sané sorgt in der Defensive für Ordnung und gewinnt beinahe drei Viertel seiner Zweikämpfe. Im Sturm hat Martin Harnik zu alter Stärke zurückgefunden. Die Besonderheit bei Hannover ist, dass der Club an keiner Position schwach besetzt ist, verbunden mit einer großen mannschaftlichen Geschlossenheit. Auch wenn die Hannoveraner mit jetzt 32 Punkten den Blick nach hinten nicht ganz vergessen dürfen, der Aufsteiger wird kommende Saison eher Europa League als zweite Liga spielen. Zumal mit Köln und dem HSV nun bereits zwei Mannschaften auf den letzten beiden Plätzen liegen, deren Rückstand zum rettenden Ufer jeweils sieben Punkte beträgt. Für den HSV ist spätestens nach der richtungsweisenden Niederlage im Nordderby gegen Abstiegskonkurrent Werder Bremen nicht mehr viel Hoffnung auf den Klassenerhalt vorhanden.

Hoffenheim laufen die Stürmer davon

Nicht wirklich glücklich über den bisherigen Saisonverlauf ist man bei der TSG Hoffenheim. Nach akzeptablem Beginn, zeichnet sich im Kraichgau eine veritable Krise ab. Zunehmend schlechter gelaunt wirkt Trainer Julian Nagelsmann. Seit seinem Debüt als Trainer der TSG vor knapp zwei Jahren war es der 32-jährige eigentlich nur gewöhnt, von allen Seiten Lob zu bekommen. Doch mittlerweile ist die TSG im Mittelfeld der Liga angelangt, die Qualifikation für das internationale Geschäft ist in großer Gefahr. Über den Klassenerhalt muss man sich in Hoffenheim auch in dieser Saison keine Sorgen machen. Doch im letzten Jahr war man zu diesem Saisonzeitpunkt mitten im Kampf um die Champions-League-Plätze, während nun das graue Mittelmaß droht. Zudem gehen den Hoffenheimern die Stürmer reihenweise verloren. Sandro Wagner wechselte bereits in der Winterpause zu den Bayern, Serge Gnabry wird kommende Saison nach München zurückkehren und Mark Uth ablösefrei zu Schlake 04 wechseln, wie der kicker berichtet. Die durchwachsene Bilanz der Hoffenheimer hat auch Auswirkungen auf das Zuschauerinteresse. So geht die Zahlen der verkauften Karten für die Heimspiele im offiziellen Ticketshop spürbar zurück. Alles zusammengenommen sind das Faktoren, die die Stimmung bei Spielern, Trainer und Mannschaft nicht gerade heben.

Tim Senger

Tim ist Leiter und Chefredakteur von E4SY. 2013 ist er das erste Mal jour­na­lis­tisch für ein Spielemagazin aktiv geworden. Momentan absolviert er zudem ein duales Studium im Bereich Wirtschaft.

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