Die Gesetze der menschlichen Natur - The Laws of Human Nature von Robert Greene

Die Gesetze der menschlichen Natur von Robert Greene

In seinem Buch „Die Gesetze der menschlichen Natur“ ist Robert Greene einem der wichtigsten Themen überhaupt auf der Spur: Der Entschlüsselung menschlicher Antriebe und Motivationen, auch derer, die uns selbst nicht bewusst sind.

Es ist eine großartige Fibel über die psychologischen Tendenzen, die uns alle in bestimmte Richtungen ziehen, meist zum Nachteil unserer rationalen Ziele. Robert Greene identifiziert 18 solcher „Gesetze“ und liefert historische und biografische Skizzen, die jedes Gesetz in der Praxis demonstrieren. Dann liefert er Strategien, um jedes Gesetz – mit seinen inhärenten selbstzerstörerischen Tendenzen – in einen Vorteil zu verwandeln. Der Autor schöpft aus einem riesigen Fundus an Beispielen, und seine Betonung der Rationalität und die Beispiele aus dem alten Griechenland kommen gut an.

Einige der Kapitel können sich jedoch hinziehen, da der Autor denselben Punkt wiederholt, und man hat das Gefühl, dass das Buch kürzer hätte gemacht werden können, ohne dass der Inhalt verloren gegangen wäre. Es ist auch schwierig zu erkennen, welche Ideen durch solide Wissenschaft/Forschung gestützt werden und welche nicht, da dies im Text nicht explizit erwähnt wird. Einige Ideen werden durch solide historische und wissenschaftliche Beweise gestützt, wie z.B. sein Kapitel über Narzissmus, aber in anderen Abschnitten sind die Ideen zweifelhafter, wie z.B., wenn der Autor zu glauben scheint, dass Milton Erickson durch seine mentale Stimulation der Nerven schneller von Polio genesen ist. Der Autor macht mehr aus der Geist-Körper-Verbindung, besonders in Bezug auf die Genesung von Krankheiten, als die Literatur unterstützt.

In der Einleitung merkt der Autor an, dass er sich auf die psychologische Forschung führender Wissenschaftler wie Daniel Kahneman stützen wird, verwendet dann aber im Hauptteil des Textes die Ideen von Milton Erickson und Carl Jung, beides umstrittene Psychologen von zweifelhafter Authentizität. Ich habe das Gefühl, dass Greene die Beispiele verwendet, zu denen er entweder eine bessere Beziehung hat oder die besser zu seinen Ideen passen, anstatt zeitgenössischere Forschungen zu verwenden, so dass man sich fragen muss, ob Greene selbst dem Confirmation Bias zum Opfer fällt, da er bis ins Jahr 1919 zurückgreifen muss (im Fall von Erickson), um einen Psychologen zu finden, der zu seiner Erzählung passt.

Insgesamt bietet das Buch wertvolle Einsichten und Ratschläge, aber es kann schwierig sein, die Spreu vom Weizen zu trennen, wenn jede Idee ebenso selbstbewusst als die Wahrheit präsentiert wird. Sie werden sicher einige wertvolle Einsichten aus der Lektüre dieses Buches gewinnen, aber es ist am besten, dies mit einem skeptischen Geist zu tun. Wenn ihr das Buch spannend findet und unser Magazin ohne zusätzliche Kosten unterstützen möchtet, findet ihr es hier auf Amazon.

Über Tim Senger

Tim ist Leiter und Chefredakteur von E4SY. 2013 ist er das erste Mal jour­na­lis­tisch für ein Spielemagazin aktiv geworden. Momentan absolviert er zudem ein duales Studium im Bereich Wirtschaft.

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