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Bildaufnahmen in Europa – Das Copyright und seine Tücken

Der Fotoapparat oder das Fotohandy sind im Urlaub oder auf Reisen ständige Begleiter. Schließlich möchte man die Möglichkeit haben, besondere Orte oder Erinnerungen auf Bild festzuhalten. Während es auf den ersten Blick vollkommen normal erscheint, an jedem Ort der Welt einfach ein Foto zu machen, kann das gerade in Europa zu einem Problem werden. Grund dafür sind mitunter äußerst drakonische Copyright-Gesetze, die es den Erstellern verbieten, die Fotos aufzunehmen und erst recht sie später in das Internet hochzuladen. Selbst eines der Wahrzeichen überhaupt in Europa ist von diesen seltsamen Gesetzen betroffen.

Warum darf ich keine Fotos vom Eiffelturm bei Nacht machen?

Man stelle sich vor, dass man endlich die Gelegenheit hat, in die berühmte Stadt der Liebe zu reisen. Neben Notre Dame – bald wieder -, der Seine und vielen anderen Sehenswürdigkeiten steht natürlich das Wahrzeichen der Stadt, der Eiffelturm, ganz weit oben auf der eigenen Reise-Agenda. Wenn man diesen Anblick bei Tag genießt und auf Fotos festhält ist das gar kein Problem. Problematisch wird es erst, wenn man sich bei Nacht an den riesigen Turm wagt und Bilder von ihm macht. Sollten diese Bilder in das Internet gelangen, kann es dafür sogar Abmahnungen geben. Der Grund dafür ist überaus grotesk und dürfte sich mit dem neuen Urheberrecht in der EU noch weiter verschärfen.

Die Firma, die für die Beleuchtung des Eiffelturm in der Nacht zuständig ist, hat sich das Urheberrecht an eben dieser Beleuchtung gesichert. Dazu gehören die Lampen, die Lasershows und das Gesamtbild, das der Eiffelturm nach dem Einbruch der Dunkelheit bietet. In Zuge dessen bedeutet das, dass man bei einem Foto in der Nacht ganz automatisch gegen das Urheberrecht verstoßen würde. Es gab schon zahlreiche Abmahnungen durch die Firma und viele Urlauber wurden aufgefordert, nachdem sie ein Foto gemacht haben, eine entsprechende Gebühr zu zahlen. Ärgerlich – aber kein einmaliger Vorfall in Europa. Das Stichwort lautet Panoramafreiheit.

Die Panoramafreiheit – was ist das und was hat es mit meinen Bildern zu tun?

Bei der Panoramafreiheit handelt es sich um eine Ausnahme in vielen Gesetzen zum Urheberrecht in Europa und der Welt. Damit soll garantiert werden, dass auch ein eigentlich urheberrechtlich geschütztes Werk in Form von Architektur, Kunst oder Kultur zu jeder Zeit fotografiert und vervielfältigt werden kann. Eben diese Panoramafreiheit wurde aber in den letzten Jahren von vielen Staaten in Europa weiter eingeschränkt. Vor allem Frankreich, die Schweiz, Italien und Dänemark haben entsprechende Gesetze erlassen, nach denen die Panoramafreiheit in bestimmten Bereichen eingeschränkt werden kann. Wer also Fotos machen und diese in das Internet laden möchte, sollte sich vorher informieren, wie die rechtliche Lage in der entsprechenden Stadt oder dem Land ist.

Zum Glück gibt es aber viele Werke von diesen Orten, die bereits heute im Internet zu finden sind. Kostenlose Fotos gibt es dank moderner Portale und freischaffender Künstler an vielen Ecken im Internet. Man muss sich nur ein wenig mit den entsprechenden Bedingungen für die Nutzung beschäftigen und schon kann man diese einfach auf der eigenen Seite im Netz veröffentlichen.

Über Tim Senger

Tim ist Leiter und Chefredakteur von E4SY. 2013 ist er das erste Mal jour­na­lis­tisch für ein Spielemagazin aktiv geworden. Momentan absolviert er zudem ein duales Studium im Bereich Wirtschaft.

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