Ende der Krise vom FC Schalke 04

Schalke in der Krise – Ein Verein vor dem Zwangsumbruch

Beim FC Schalke hören die schlechten Nachrichten nicht mehr auf. Der Verein befindet sich in einer finanziell extrem angespannten Situation. Auf dem Platz läuft es nicht viel besser. Königsblau wird in der Rückrunde weiter nach unten durchgereicht. Der Verein muss sich zur kommenden Saison völlig neu ausrichten.

Schalke die schwächste Mannschaft der Rückrunde

Beim FC Schalke 04 war die Stimmung schon mal deutlich besser. Sportlich läuft in Gelsenkirchen schon seit einer gefühlten Ewigkeit nichts mehr zusammen. Nach der Hinrunde rangierte Königsblau auf Rang fünf und mit gerade einmal sieben Punkten Rückstand zum Herbstmeister aus Leipzig lag man sogar noch auf Tuchfühlung zur Tabellenspitze. Insgeheim träumte man schon wieder von Champions-League-Fußball. Ein halbes Jahr später hat sich die Situation bedrohlich verschlechtert. Mit nur einem Sieg, fünf Unentschieden und sieben Niederlagen ist Schalke das schwächste Team der Rückrunde.

Offensiv läuft es momentan auch nicht besser. Das belegen sechs Rückrundentore nur zu gut. Hinzu kommen 26 Gegentreffer. Das bedeutet, man hat die zweitschwächste Defensive der zweiten Halbserie. Kein Wunder also, dass die Schalker in den Wettquoten der Bundesliga bei bet365 gar nicht mehr auftauchen, wenn es um eine Platzierung in den Top-Vieren und der damit verbundenen Qualifikation zur Königsklasse geht. Diese machen Dortmund (1.002), Leipzig (1.03), Leverkusen (1.44) und Gladbach (2.37) unter sich aus.

Schalke auf Sparkurs

Wäre die Saison noch länger, müsste Schalke in dieser Verfassung wohl sogar um den Klassenerhalt bangen. Lediglich der starken Hinrunde ist es zu verdanken, dass Königsblau noch im Mittelfeld der Tabelle rangiert. Dabei hat der Traditionsklub gerade einen unrühmlichen Negativrekord eingestellt. Zwölf sieglose Spiele am Stück hat es in der Vereinsgeschichte erst einmal gegeben. Nun also wieder. Durch die Verunsicherung der Mannschaft wäre es nicht überraschend, sollte der Abwärtstrend noch weitergehen.

Nicht nur auf dem Rasen geht es derzeit drunter und drüber. Mit Peter Peters wurde nun auch der Finanzvorstand abgesägt. Finanziell steht der Verein vor dem Abgrund, wobei dies von Vereinsseite dementiert wurde. An kostspielige Neuzugänge für die kommende Saison ist dennoch nicht zu denken. Vielmehr müssen Leistungsträger im Sommer verkauft werden, um die Finanzlücke zu stopfen. Spieler müssen im Falle einer Vertragsverlängerung Gehaltseinbußen in Kauf nehmen. Ob die Profis dazu bereit sind, bleibt abzuwarten. Bei Akteuren wie Daniel Caligiuri sowie Benjamin Stambouli laufen die Verträge aus. Ein Verbleib ist wohl nur zu geringeren Bezügen möglich.

Umbruch unvermeidbar

Auf Schalke steht am Saisonende wohl ein radikaler Umbruch bevor. Leihspieler wie Jean-Clair Todibo, Michael Gregoritsch oder Jonjoe Kenny können nicht gekauft werden und müssen zu ihren Stammvereinen zurück. Verdienten Spielern wie Guido Burgstaller und Matija Nastasic würde man der WAZ zufolge keine Steine in den Weg legen. Ein Verkauf des Duos könnte wieder etwas Geld in die Kassen spülen, wobei Burgstaller sinnbildlich für die ganze Schalker Saison steht. Der Österreicher konnte in der Bundesliga nicht treffen. Eine doch eher magere Ausbeute für einen Stürmer.

Verliehene Spieler wie Nabil Bentaleb, Mark Uth und Sebastian Rudy sollen im Sommer fest abgegeben werden, um das Gehalt einzusparen und mit dem Erlös noch einige Baustellen innerhalb des Kaders abzuarbeiten. Geht man dabei allein von den sportlichen Erfolgen der vergangenen Wochen aus, sieht es auf Schalke sehr nach einer Großbaustelle, vergleichbar mit dem Berliner Flughafen, aus. Ob sich der Umbruch wie das Großprojekt in der Hauptstadt ebenfalls über Jahre erstreckt, bleibt abzuwarten. Es wäre den Schalkern nicht zu wünschen. Immerhin ist Königsblau seit 29 Jahren wieder ein fester Bestandteil der Bundesliga. Wie schnell es manchmal gehen kann, zeigten die Abstürze des Hamburger SV und des VfB Stuttgart. Tradition ist im harten Fußballgeschäft eben keine Garantie für den Verbleib in der Bundesliga.

Über Tim Senger

Tim ist Leiter und Chefredakteur von E4SY. 2013 ist er das erste Mal jour­na­lis­tisch für ein Spielemagazin aktiv geworden. Momentan absolviert er zudem ein duales Studium im Bereich Wirtschaft.

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