Rüstung aktuell: U-Boote für Norwegen und neues Sturmgewehr von Heckler & Koch

Nowegen will in Kooperation mit Deutschland neue U-Boote bauen, Heckler & Koch stellt ein neues Sturmgewehr vor und weitere Neuigkeiten aus der Rüstungsindustrie.

Was gibt es Neues in der Rüstungsindustrie? Wir liefern euch eine Zusammenfassung aller wissenswerten Geschehnisse der letzten Woche, die die Sicherheits- und Verteidigungsindustrie betreffen.

Heckler & Koch stellt neues Sturmgewehr vor

Heckler & Koch hat am letzten Freitag seine neue Sturmgewehrfamilie HK 433 vorgestellt, die als möglicher Nachfolger für die aktuelle Ordonnanzwaffe der Bundeswehr sowie die beliebten Gewehre HK 416/417 gehandelt wird und die Stärken dieser beiden Vorgänger verbinden soll. Wie gewohnt handelt es sich bei dem neuesten Modell des Oberndorfer Traditionsunternehmen um ein Produkt mit einem Wetschöpfungsanteil von 100% “Made in Germany”. Das modulare Sturmgewehr verwendet standarmäßig das NATO-Kaliber 5,56 mm x 45. Der indirekte Gasdrucklader arbeitet dabei mit einem Kurzhub-Gaskolbensystem und bietet mit seiner Visierschiene aus Aluminium eine hohe Modularität. Weitere Details zum Aufbau der Waffe finden sich in der Pressemitteilung des Unternehmens. Ob sich Heckler & Koch tatsächlich mit diesem Modell um die Nachfolge für das HK G36 der Bundeswehr bewerben will, wurde bisher nicht offiziell bestätigt. Wie wir berichteten, soll die Ausschreibung des neuen Sturmgewehrs noch in der ersten Hälfte dieses Jahres erfolgen.
Nach einem Großauftrag zur Lieferung von HK 416-Gewehren als neue Ordonnanzwaffe der französischen Streitkräfte mit einem Auftagsvolumen von 300 Millionen Euro wäre das eine Fortsetzung der Erfolgssträhne. Dieser Erfolg wird jedoch etwas getrübt von der Klage des US-amerikanischen Unternehmens Orbital ATK über 27 Millionen US-Dollar. Heckler & Koch wird dabei ein Vertragsbruch bei der gemeinsamen Enwticklung des futuristischen Granatwerfers XM25 vorgeworfen.

Das neue Sturmgewehr HK 433 (Quelle: Heckler & Koch)

Das neue Sturmgewehr HK 433 (Quelle: Heckler & Koch)

Norwegen kauft deutsche U-Boote

Norwegen hat sich bei der Beschaffung neuer U-Boote für eine Kooperation mit Deutschland entschieden und verzichtet damit auf ein Angebot des französischen Unternehmens DCNS. Da sich die U-Boote der Klasse 212 A bereits bei der Deutschen Marine und der italiensichen Marina Militare bewährt haben, entschied man sich für die Bestellung einer zweiten Baureihe. Zwei der zu bauenden U-Boote sollen dabei an die Deutsche Marine gehen, vier nach Norwegen. Bei der Produktion wird auch eine enge Kooperation mit der norwegischen Industrie angestrebt. Der revoltutionäre Hybrid-Antrieb macht diese U-Boote zu den modernsten ihrer Art. Die, bei einem Dieselmotor nötigen, “Schnorchelzeiten” an der Wasseroberfläche entfallen durch die Brennstoffzelle, da diese mit ihren Tanks für Wasserstoff und Sauerstoff außenluftunabhängig ist. Dadurch erhöht sich die mögliche Tauchzeit der U-Boote deutlich. Ein weiterer Vorteil gegenüber einem reinen Dieselantrieb ist die deutlich geringere Wärmeabstrahlung und der verminderte Geräuschpegel, was die Aufklärung des U-Bootes deutlich erschwert. Doch auch dem weit verbreiteten Atomantrieb ist diese Antriebstechnologie überlegen, da kein radioaktiver Abfall entsteht, welcher aufwändig zu entsorgen und nicht umweltfreundlich ist. Auch atomar angetriebene U-Boote sind aufgrund ihrer Größe und erhöhten Wärme- und Geräuschabstrahlung durch die Reaktorkühlung deutlich leichter zu orten.

Das deutsche U32 der Klasse 212A (Quelle: Y-Magazin/ThyssenKrupp Industrial Solutions)

Das deutsche U32 der Klasse 212A (Quelle: Y-Magazin/ThyssenKrupp Industrial Solutions)

Kalaschnikow expandiert

Der Konzern Kalashnikow ist Russlands größter Hersteller von Kleinwaffen und ist auf dem besten Kurs, es auch zu bleiben. Dies spiegelt sich in der neuesten Expansion des Unternehmens wieder, die einen Personalaufwuchs um rund 30 Prozent beinhaltet. Demnach soll die bisherige Anzahl an Mitarbeitern von 6500 um 1700 erhöht werden, um dem starken Exportbedarf nachzukommen. Der bis 2013 unter dem Namen Ischmasch firmierend und nach dem Kalashnikow-Gewehr benannte Konzern ist eine der ältesten Waffenschmieden Russlands . Des Weiteren ergibt sich eine erneute Umstruktierung bei der Zusammensetzung der Anteilseigner des Konzerns, da sich die Staatskorporation Rostec zurückzieht und numehr lediglich 25% anstatt 50% an Kalashnikow hält. Rostec ist eine russische Staatsholding, die in zahlreichen Zweigen der militärischen und zivilen Industrieproduktion tätig ist und 662 Unternehmen mit insgesamt 900.000 Mitarbeitern umfasst.

Maschinenpistole PP-19-01 SN (Quelle: Kalashnikov Group)

Maschinenpistole PP-19-01 SN (Quelle: Kalashnikov Group)

Embraer umwirbt Bundeswehr

Embraer ist der viertgrößte Flugzeugbauer der Welt und drängt nun auch auf den europäischen Markt. So äußerte sich Paulo Silva, der Chef des Unternehmens, am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos gegenüber der Deutschen Presse-Agentur zuversichtlich bezüglich einem möglichen Markteintritt in Deutschland. Er sei sich sicher, dass die deutsche Regierung an dem neuen Transportflugzeug KC-390 des brasilianischen Unternehmens interessiert ist. Neben dem Hauptabnehmer Brasilien hegen auch die portugiesische Regierung und einige südamerikansiche Staaten Interesse an dem Flugzeug. Er sieht darin auch keine Konkurrenz zum Airbus A400M, da dieser durch seine Größe weniger flexibel ist. Die Bundeswehr selbst sieht zwar ebenfalls Bedarf für ein mittleres Transportflugzeug, dass auch auf schmaleren Flächen landen kann, in den bisherigen Planungen ist jedoch die Beschaffung von 4-6 Lockheed C-130 Hercules vorgesehen – ein Flugzeug, dass sich in seiner über 60-jährigen Produktionszeit in über 80 Einsatzländern bewährt hat und eines der am längsten gebauten Flugzeuge der Welt ist.

Die KC-390 erreicht durch ihren Jet-Antrieb eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 870 Stundenkilometern. Die maximale Zuladung beträgt 26 Tonnen und die Reichweite bis zu 5000 Kilometer. Die Maschine, an dessen Entwicklung auch Rheinmetall und Airbus-Konkurrent Boeing beteiligt sind, ist angeblich in der Lage auch auf unbefestigem und zerstörtem Untergrund landen zu können.

Embraer KC-390 der brasilianischen Luftstreitkräfte (Quelle: Força Aérea Brasileira)

Embraer KC-390 der brasilianischen Luftstreitkräfte (Quelle: Força Aérea Brasileira)

Andreas Dost

Andreas ist Redakteur und Korrektor bei E4SY. Er ist derzeit 17 Jahre alt und Schüler. Seine Hobbys sind Mountainbiking, Bergsport, Gaming und Fremdsprachen.

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