Extremsportarten Adrenalinkick als Freizeitspaß
Kontizas Dimitrios, BASE Jumping from Sapphire Tower in Istanbul, CC BY-SA 3.0

Extremsportarten: Adrenalinkick als Freizeitspaß

Freizeit, das bedeutet für viele Menschen ganz viel Entspannung und Erholung. Andere wiederum stürzen sich ausgerechnet dann ins Abenteuer, wenn Arbeit und Alltagsstress pausieren. Sie scheinen den Adrenalinkick regelrecht zu brauchen, um ihre Seele zu reaktivieren. Zahlreiche Extremsportarten bieten sich an, Schwung in den Urlaub oder ins Wochenende zu bringen – Nervenkitzel inklusive. Für jede einzelne Disziplin gilt:
Wer die Sicherheitsregeln peinlich genau beachtet, minimiert sein Risiko erheblich.

Freiklettern und Free Solo: Spidermann lässt grüßen

Free Solo stellt sozusagen ein Upgrade des Freikletterns dar. Während bei letzterem noch Seil und Haken zur Absicherung zugelassen sind, verzichten die Solo-Kletterer auf jegliche Hilfsmittel. Bei beiden Sportarten erfolgt die Fortbewegung allein mit Händen und Füßen, ohne irgendein künstliches Werkzeug. Hier hängt also alles voll und ganz vom Können und der Körperkraft des Kletternden ab, darum sind beide Varianten so prestigeträchtig. Eine Free-Solo-Begehung schüttelt sich niemand einfach so aus dem Ärmel, der Wert auf sein Leben legt. Normalerweise führen Kletterfreunde eine solche Tour nur dann durch, wenn sie mit der Strecke absolut vertraut sind und sich in bester Form befinden. Einige setzen auch gern auf ein Deep Water Solo und nutzen das Meer oder einen See als natürliches Sicherungsnetz. Wichtig ist aber, nicht die Wellen, sondern das Adrenalin rauschen zu hören: Dann läuft alles perfekt.

Tauchen ist viel mehr als nur Unterwasserschwimmen

Ein gut ausgebildeter Taucher ist sich stets bewusst, dass er unter Wasser keine frappierenden Fehler machen darf. Es handelt sich eben nicht um locker-flockiges Unterwasserschwimmen, sondern um eine Sportart in eigentlich lebensfeindlichem Milieu, die nur mit hochwertiger Ausrüstung und viel Know-how durchzuführen ist. Darum darf auch nicht jeder einfach einen Taucheranzug anziehen und ins Wasser hüpfen: Ein Tauchschein von einer seriösen Organisation ist dringend nötig, damit der Sportler sich adäquat vor Gefahren wie der gefährlichen Taucherkrankheit schützen kann. Je tiefer es geht, desto riskanter wird es. Auch Höhlen- und Wracktauchen sind deutlich herausfordernder als das Tauchen im freien Gewässer, denn hier kann der Taucher an engen Stellen stecken bleiben oder seine Ausrüstung beschädigen. Geld hingegen ist inzwischen das geringste Problem, denn ein Tauchurlaub kann erstaunlich günstig sein.

Base Jumping: im freien Fall durch die Lüfte

Allein beim Gedanken, vom Dach eines Hochhauses zu springen, schlägt den meisten Menschen das Herz bis zum Hals. Base Jumper lieben das Gefühl des kurzen, aber schnellen freien Falls, sie sind geradezu süchtig danach. Sie hüpfen nicht nur von Gebäuden, sondern auch von möglichst hohen Brücken, von Sendemasten, Felswände und Klippen. Dabei tragen sie natürlich einen speziellen Fallschirm auf dem Rücken, den sie rechtzeitig vor dem Aufprall ziehen müssen. Solche Sprungsysteme sind extra auf diese außergewöhnlich starke Belastung ausgerichtet und sogar individuell zusammenstellbar – je nach Sprunghöhe und Fallzeit. Je niedriger der Sprung, desto gefährlich wird es: Dann muss der Springer für eine besonders schnelle Auslösung des Schirms sorgen. Ein Reserveschirm ist in der Regel gar nicht erst nötig, im Notfall ließe er sich nicht mehr rechtzeitig öffnen. Ein Sport für Verrückte? Wahrscheinlich! Aus diesem Grund ist das Base Jumping in einige Ländern streng verboten.

Downhill Biking: rasante Schussfahrt über Stock und Stein

Bergab macht Fahrradfahren am meisten Spaß? Im normalen Alltag vielleicht schon, aber bei einer Offroad-Schussfahrt in Höchstgeschwindigkeit würden die meisten Radler doch eher passen. Einige Abenteuerlustige haben sich allerdings genau diese Art der Bergabfahrt als Hobby auserkoren, hier gilt: je schneller, desto besser. Bodenwellen, Steine, Wurzeln und Stufen sind dabei nicht nur geduldet, sondern sogar erwünscht. Der Fahrer möchte seine Fähigkeiten bis aufs Letzte ausreizen und seine Technik immer weiter verbessern. Mit regulärem Radfahren hat das kaum noch etwas zu tun, denn hier sind vollste Konzentration und eine Top-Fitness gefragt. Aber nicht nur das: Mit dem City- oder Holland-Bike sollte sich niemand auf die Strecke wagen, auch ein durchschnittliches Mountainbike ist nicht wirklich geeignet. Spezielle Downhill-Räder mit enormer Stabilität und vollhydraulischen Scheibenbremsen können beim Downhill Biking im Ernstfall Leben retten!

Photo by https://pixabay.com/de/photos/biker-mountainbike-sprung-radfahren-3803751/ (Author), Pixabay Licence (Licence)

Mutig oder schon übermütig?

Die eigene sportliche Grenze zu finden, sich an sie heranzutasten und schließlich bis aufs Letzte auszureizen, das nennt sich Extremsport. Ein Hauch von Gefahr liegt dabei immer in der Luft, doch Unfälle lassen sich durchaus durch überlegtes Vorgehen vermeiden. Die absolute Sicherheit jedoch lässt sich in diesem Bereich – wie übrigens auch im ganz normalen Alltagsleben – nicht erreichen. Aber das ist in diesem Fall wohl auch gar nicht gewünscht, denn der eigentliche Nervenkitzel liegt doch genau darin. Ob Extremsport auszuüben nun mutig oder einfach ein gutes Stück übermütig ist, darüber lässt sich streiten. Eines ist jedoch klar: Einige Menschen kommen ohne ihn kaum mehr aus.

Titelbild: Kontizas Dimitrios, BASE Jumping from Sapphire Tower in Istanbul, CC BY-SA 3.0

Über Tim Senger

Tim ist Leiter und Chefredakteur von E4SY. 2013 ist er das erste Mal jour­na­lis­tisch für ein Spielemagazin aktiv geworden. Momentan absolviert er zudem ein duales Studium im Bereich Wirtschaft.

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