DLC Gamereview - Monster Hunter Rise: Sunbreak

DLC Gamereview – Monster Hunter Rise: Sunbreak

Capcom hat letzten Monat das lang erwartete DLC Sunbreak für Monster Hunter Rise veröffentlicht. Ob sich die 40€ für die Erweiterung gelohnt haben erfahrt ihr in diesem Artikel. Spoilers ahead!

Monster Hunter Rise und die Probleme

Monster Hunter als Action Rollenspiel hat ein ähnliches Gameplay wie die Dark Souls Reihe. Als Spieler muss man sich von einer Herausforderung zur nächsten kämpfen. In Dark Souls sind auch „kleinere“ Gegner ein Problem, aber im Endeffekt sind bei beiden Spielen die großen Monster, oder auch Bosse, das Hauptziel. In beiden Spielen ist es nicht selbstverständlich das gesamte Spiel ohne einen Kratzer zu überstehen, man stirbt, man carted, aber: man lernt. Monster Hunter Rise hat viele Erneuerungen gebracht, wie z.B. die Spiritbugs. Dadurch kamen neue Techniken zum Vorschein, die Spieler wurden mobiler, die Monster aber fühlten sich dafür langsamer an. Vielen fehlte die Herausforderung, weil es zu einfach war die Stärken von Monstern zu umgehen. So waren zum Beispiel gefürchtete Monster in Monster Hunter: World wie Rajang und Bazelgeuse auch im High Rank ein Witz zum Bekämpfen. Erst die Tempered Versionen von Zinogre und Valstrax haben Herausforderung geboten. Das aber auch nur, weil man meistens in höchstens zwei Hits gestorben ist, manchmal auch einfach in nur einem. Obwohl das jetzt für den Ottonormalverbraucher frustrierend klingen mag, war es genau das, was sich die Spieler erhofft hatten.

Dazu kam noch, dass es kein Endgame gab. HR 100 zu erspielen, damit man Valstrax endlich bekämpfen konnte war nett, aber danach war es vorbei. Es gab keine interessanteren Event-Quests oder enorme Herausforderungen, außer seiner Tempered Form. Da war die Rüstung allerdings auch fast egal, man ist bei fast jedem Schlag sofort gestorben. Das war meiner Meinung aber auch vollkommen in Ordnung, da dieses Spiel ursprünglich nur für die Switch angekündigt war. Die weiteren Kritiken waren, dass die Hauptstadt Kamura zu klein war. Dazu konnte man nicht jeden Ort übersehen und auch das Monster Lineup war zu klein. Insgesamt hatte Monster Hunter Rise also durchwachsene Reviews.

Monster Hunter Rise: Sunbreak mit der Lösung?

Sunbreak hat den heiß erwarteten Master Rank zurückgebracht. In dem Iceborne DLC von Monster Hunter: World kann ich mich noch daran erinnern, was das auf einmal für ein Sprung brachte in Sachen Rüstung, Skill und Tempo. Auch mit Endgame Rüstung aus dem High Rank waren die ersten vier Gegner eine extreme Herausforderung. In Iceborne gab es damals die Clutch Claw als Erweiterung, in Sunbreak hingegen gibt es jetzt mehr Switch Skills, Buffs für viele Waffen und auch die Möglichkeit zwischen Switch Skill Sets zu wechseln, was den Spielstil deutlich versatiler macht. Wurde dadurch das Spiel noch einfacher?

Die ersten Master Ranks sind eigentlich nur eine Revision des Base Games, was sich als sehr blande herausstellte. Auch eine Herausforderung war es nicht, da die alte Valstrax Rüstung sich als sehr stark und auch gut geeignet herausstellte. Dies sollte sich aber ab MR 4 ändern. Auch wenn Garangolm und Lunagaron schon vor MR 4 als Quest zu bekämpfen waren, so waren sie trotzdem nicht extrem schwer. Erst mit Astalos und den Monstern danach, stieg auf einmal der Schwierigkeitsgrad rapide. Von da an war es klar, dass ich selbst mit MR Rüstung höchstens 3 mal am Stück getroffen werden darf und schon einen Treffer einzustecken verleitete mich dazu, mich zu heilen. Und damit war das Spiel auch endlich auf dem Schwierigkeitsgrad, den ich in Iceborne so geschätzt habe.

Das extrem gute Monster Line-Up

Auch wenn die Einführung in Sunbreak langweilig war, weil es anfangs fast keine neuen Monster zu bekämpfen gab, ist das neue Line-Up wundervoll! Viele von den Fans geliebte Monster, welche aus Monster Hunter Generations / Freedom Unite kamen haben ein Comeback gefeiert. Darunter Astalos (mein persönlicher Favorit), Gore und Shagaru Magala, Espinas, Seregios, Shogun Ceanataur und Daimyo Hemitaur. Die meisten Monster haben ein kleines Overhaul bekommen, ein paar neue Attacken sowie natürlich eine Verfeinerung des Designs. Da ich nur Monster Hunter Tri und World/Iceborne gespielt habe, waren mir alle unbekannt und es hat sehr viel Spaß gemacht diese zu bekämpfen. Sei es die extreme Geschwindigkeit und Einzigartikeit von Astalos, die Veränderung der Atmosphäre durch Gore Magala, der Schlagabtausch mit Espinas oder einfach nur Crabbo get Stabbo, alle Kämpfe hatten ihren Sinn, fühlten sich fair und einzigartig an. Insgesamt mochte ich das Line-Up deutlich lieber als das von Iceborne, vor allem, weil noch viele Monster kommen werden. Ich kann nur auf weitere Lieblinge wie Alatreon, Deviljho und weitere Drachenältesten hoffen. Auch die Varianten der Monster aus Rise, Magmudron und Auroracanth haben die Basemonster Almudron und Somnacanth endlich interessant gemacht.

Die Repräsentanten Garangolm, Lunagaron und Malzeno

Das Frankenstein Monster Garangolm, formlich wie ein Gorilla, groß und steinig und doch schnell und explosiv. Das erste Monster des Monster Mashups musste man im Dschungel bekämpfen. Farblich und thematisch passt es perfekt, denn es emittiert eine Körperflüssigkeit, welche Pflanzenwachstum auf dem Körper fördert. In Rage zum Beispiel bedeckt es seine Vorderarme und Teile des Gesichts mit Moos und bekommt noch einige neue Moves dazu. Als ich Garangolm gesehen habe, dachte ich wird das ein ähnlicher Kampf wie Barroth oder Uragaan, wegen des Riesenkopfes bzw. Kinns. Und dann explodierten seine Vorderarme, er katapultierte sich selbst in die Luft und landete auf mir mit all seinem Gewicht. Überrascht, ist das wohl beste Wort, das ich dafür finden kann. Von da an war ich deutlich vorsichtiger und immer gespannter was er noch konnte. Ich würde dem Kampf eine solide 6,5/10 geben, da nicht mehr super viel folgte, es aber ein durchaus solides Monster war zur Einführung in das Trio. Leider ist es auch als Afflicted Monster nur ein Boxsack für die erfahreneren Spieler.

Lunagaron, der Werwolf der Tundra. Ein Kampf in dem es immer zwischen drei Phasen wechselt, je nachdem wie sehr es in Rage ist. Ein Monster, welches sehr agil, aber trotzdem langsamer als Astalos, und doch sehr taktisch angreift. So konnte ich hier zu spüren bekommen, dass ich selbst wenn ich getroffen wurde und mal wieder auf meine Wirebugs mich verlassen habe, um die Situation zu deeskalieren, es manchmal einfach gerade dann einen Cheap Shot auf mir gelandet hat, weil ich mich aus meinem I-Frame bewegt habe. Vom Design her ein unglaublich cooles Monster, da es sich je nach Phase in immer mehr Eis und Nebel einmanetlt. In einer späteren Quest rückte Lunagaron aber erst Recht ins Rampenlicht. Die Spezialquest, in der man die Afflicted-Form erlegen musste, ist eine der besten Quests die ich jemals in Monster Hunter gespielt habe. Die Atmosphäre ist nervenaufreibend und ungewohnt, die Musik nicht vorhanden, man sieht nur wie die Welt den Qurio-Parasiten (der Story) erliegt. Darunter auch Lunagaron, welches befallen wurde. Hier ist das Monster nochmal deutlich schneller, hat viel mehr Leben und trifft einen härter. Dem normalen Kampf würde ich eine 7,5/10 geben, der Afflicted Quest eine 9,5/10.

Zu guter letzt, Malzeno, der Drachenälteste, der Dracula am nächsten kommt und das Flaggschiff-Monster dieser Erweiterung. Ich habe diese Quest mit einem guten Freund gespielt (wie praktisch auch den Rest der Story) und wir brauchten definitiv mehrere Anläufe. Das Moveset war neu, aber genial! Wer im Base Game dachte, dass Valstrax schnell ist, weil es praktisch ein Düsenjet ist, den trifft dann auf einmal aus jeglicher Entfernung Malzeno, der sich kurz zu dir teleportiert. Die zweite Form ist wunderschön und schrecklich zugleich und die Musik ist heldenhaft und tragisch. Der Kampf war dem Titel Flagschiff absolut würdig. Trotzdem gibt es von mir „nur“ eine 9,5/10, weil ich mir hier ein ganz bisschen mehr Schwierigkeit bzw. Versatilität im Moveset gewünscht hätte. Die könnte aber auch noch kommen, falls irgendwann eine Afflicted oder Tempered Version rauskommen sollte.

Und dann war da noch Gaismagorm

Wir wussten, dass es nach Malzeno nicht enden konnte, denn auch Iceborne war nach Velkhana nicht zuende. Shara Ishvalda war gruselig bis zum geht nicht mehr und mit Gaismagorm haben wir unseren gefühlt eigenen Demorgogon bekommen. Zumindest war das Design ein wenig daran angelehnt. Gaismagorm, welches von der Größe ähnlich groß wie Ibushi und Narwa war, hat uns ähnlich wie Malzeno erstmal aus den ersten paar Hunts entfernt. Wir waren für ihn keine Herausforderung. Erst nachdem wir unsere Rüstung weiter verbessert haben und verstanden haben, wie man gegen ihn kämpft konnten wir ihn erlegen. Um irgendwann 4 Uhr nachts hatten wir ihn dann erlegt und es war sehr, sehr befriedigend. Nicht nur, weil es ein harter Kampf war, sondern auch weil seine zweite Form immer wieder für einen Wow-Effekt bei uns gesorgt hat. Ähnlich wie Shara Ishvalda würde ich dem Spektakel eine 10/10 geben.

Die Story und neue Quests

Monster Hunter Rise: Sunbreak hat wie jedes Monster Hunter eine durchwachsen interessante Story. Aber sind wir ehrlich, das ist uns ziemlich egal, denn das ist nicht der Hauptgrund, weswegen wir das Spiel spielen. Dass die Welt von Qurio (Parasiten) befallen wird und wir dem ganzen auf den Grund gehen, wird durch die Nebencharaktere allerdings diesmal durchaus gut unterstützt. Die Nebencharaktere haben alle tatsächlich mal Charakter und nicht nur sinnlose One-Liner, was auch dadurch stammen könnte, dass es jetzt neue Follower und Supporter Quests gibt. Dort kann man endlich mal mit den berühmten Jägern der Stadt zusammen auf die Jagd gehen. Anders als in jedem Vorgänger. Dort interagieren sie manchmal miteinander oder mit einem selbst und es fühlt sich nicht mehr ganz so danach an, als wären diese Charaktere nur leere Attrappen, welche einem eine Quest geben. Das fand ich war ein großer Fortschritt im Sinne des Storytellings und zog mich mehr in den Bann, als zum Beispiel World oder Iceborne.

Fazit: Viele Pros, kleine Cons

Ich und auch mein Kumpel waren mit der Erweiterung wirklich zufrieden und können uns in nur wenigen Punkten beklagen. Zum Beispiel muss man immer noch diese komischen Vögel einsammeln, damit man stärker wird, in jedem einzelnen Hunt. Auch die neu eingeführten Palamutes waren eigentlich nur eine schlechtere Version der Palicos, denn der einzige wirklich Vorteil ist, dass man mit ihnen schneller in die Action kommt. Mein größter Kritikpunkt ist, dass ich mir keine eigene Tastenbelegung einstellen kann, aber ich bin wahrscheinlich als Maus+Tastatur Spieler auch in der Unterzahl.

Dennoch ist all das lange nicht genug, um uns davon abzuhalten, dieses Spiel zu lieben. Schon nachdem wir fertig waren mit dem Base Game, haben wir uns für Sunbreak aufgehyped und es konnte fast alle unsere Erwartungen erfüllen! Dementsprechend freuen wir uns auf jegliche Erweiterung die es geben wird, hoffen auf viele Event-Quests und ein ähnlich immenses Endgame wie bei Iceborne. Alles in allem ist das DLC sein Geld wert und nach meiner Ansicht eine 8,8/10!

Über Stefan Gunawan

Stefan ist 23 Jahre alt und ein Redakteur bei E4SY: Er studiert im Moment Medizin. Seine Freizeit verbringt er gerne mit Bouldern, Klavier/Gitarre spielen und Gaming.

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