Drohnen im Test – Was kann die untere Preisklasse?

Faltbarer FPV-Quadrocopter Simulus - Eine Alternative zu DJI und Parrot?

Drohnen werden immer beliebter. Viele Modelle besitzen bereits eine gute Funktionalität und Flugdauer – allerdings zu einem hohen Preis. Doch was können die Konkurrenten im unteren Preissegment?
Wir haben den Simulus Quadrokopter von Pearl getestet.

Seit Jahren wird der Drohnenmarkt schrittweise immer größer. Während vor zehn Jahren selbst für Militärs Drohnen nur Zukunftsvisionen waren, ist es jetzt sogar für den Otto Normalverbraucher möglich, sich einen der beliebten Flugroboter zuzulegen. Doch dafür muss er häufig tief in die eigene Tasche greifen, denn die Preise der Profi-Modelle bewegen sich von 1000 Euro an aufwärts. Wer fragt sich da nicht, ob es nicht auch die günstigeren Modelle tun? Um das herauszufinden, haben wir den Simulus Quadrokopter getestet.

Die Drohne im Überblick

Der faltbare Quadrokopter Simulus ist eine Anfänger-Drohne des deutschen Versandhauses Pearl für knapp 100 Euro. Er verfügt über Features, die auch die Drohnen der großen Hersteller wie DJI oder Parrot besitzen. So ist beispielsweise eine Kamera enthalten, mit der Live-Bilder und Videos auf das Smartphone des Benutzers geschickt werden können. Passend dazu gibt es auch eine Android/iOS-App. Außerdem lässt sich die Drohne für den Transport zusammenfalten.

Auch mit abmontierbaren Standkufen…

… und für den Transport zusammenfaltbar.

 

 

Rein optisch sieht der Quadrokopter ziemlich elegant aus. Unserer Meinung nach sollte man aber vorsichtig im Umgang mit der inneren Elektronik bzw. der Drohne allgemein sein. Korpus und Rotoren sind stabil  – insgesamt handelt es sich aber eher um dünneres Hartplastik. Im Test überstand die Drohne zwar zwei kleinere Abstürze, dennoch wirkt die Drohne nicht so, als ob sie auch schwerere Zusammenstöße ohne Bruch überstehen würde.

Flugverhalten gut

Grundsätzlich gilt: Der Quadrokopter ist nur für die Outdoor-Spritztour geeignet. Denn mit seinen 137 x 130 x 67 cm hat er zumindest die Größe von vergleichbaren DJI Drohnen. Ein lockeres Durch-die-Wohnung-Manövrieren ist also nicht möglich ohne dabei die Einrichtung zu demolieren.

Wer fliegen möchte, dem sei geraten, in jedem Fall die Bedienungsanleitung zu lesen und die Funktionstasten der beigelegten Fernbedienung zu verinnerlichen. Aller Anfang ist somit immer schwer – auch der Umgang mit Drohne und Fernbedienung will gelernt sein.

In der Luft bleibt sie relativ stabil. So ist auch das Auf-der-Stelle-Schweben recht gut möglich. Zwar gibt es kein autonomes Fliegen, dafür aber eine 360 Grad-Flip Funktion, die recht spektakuläre Manöver erlaubt. Wichtig ist allerdings, dass dies nur auf freiem Feld und nicht etwa in Nähe von Autos o.Ä. durchgeführt werden sollte. Zudem verfügt sie über eine automatische Start- und Landefunktion und kann auch ihre Flughöhe gut halten.

Problematisch wird es ledig bei windigem Wetter. Wer die Drohne dafür nicht speziell trimmt (eine Anpassungsfunktion), dem kann sie leicht außer Kontrolle geraten. Ein Anfänger sollte die Drohne also nur bei Windstille starten lassen. Doch wie eigentlich für alle Drohnen ist stürmisches Wetter nicht unbedingt die beste Voraussetzung für ein gutes Flugerlebnis.

Die Bilder können über eine App abgerufen werden – auch wenn diese leicht umständlich ist

Flugzeit und Kamera gut – mit einem Manko

Laut Herstellerangabe soll sich die Drohne bis zu zwölf Minuten in der Luft halten, was für diese Preisklasse schon relativ lange ist. In der Praxis war diese Zeit mit elfeinhalb Minuten (Kamera aus), sehr realitätsnah.

Mit eingeschalteter Kamera hielt der Quadrokopter durchschnittlich zwei bis drei Minuten kürzer durch. Die Bilder und Videos werden dabei zeitgleich mit dem Handy über eine kostenlose App aufgenommen und können über diese abgerufen werden. Mit einer Auflösung von 720p ist selbige nicht besonders hoch, die Aufnahmen sind allerdings doch sehr gut.

Problematisch ist allerdings, dass der Quadrokopter nach Ablauf der Akkulaufzeit in den automatischen Landemodus umschaltet. In diesem Zustand landet die Drohne autonom und sofort. Mangels Sensoren versucht sie daher theoretisch überall zu landen, auch wenn der angestrebte Landeplatz (über Bäumen, Autos, etc.) nicht dafür geeignet ist. Daher sollte man die Uhr immer gut im Blick behalten.

Fazit

Insgesamt liefert Simulus damit eine Drohne, die den großen Herstellern ordentlich Konkurrenz machen kann. Wer also nicht so tief in den Geldbeutel greifen kann oder möchte, für den sollte die Simulus Drohne zum Preis von knapp 100 Euro eine Überlegung wert sein. Logischerweise kann die Drohne natürlich nicht alles, was ihre Konkurrenz für das Zehnfache kann. Autonomes Fliegen gehört beispielsweise nicht dazu. Unser Testfazit fällt daher gut  aus – die Drohne punktet mit Kamera, Akkulaufzeit und einem super Preis-Leistungs-Verhältnis.

 

Ausstattung

  • Simulus Quadrocopter
  • HD-Kamera (720 p)
  • 4 Kanal Fernsteuerung (2,4 GHz)
  • 1 Drohnen-Akku mit 800 mAh
  • USB-Ladekabel
  • Standbeine (abnehmbar)
  • Rotorschutz (abnehmbar)
  • Ersatzrotoren
  • deutsche Anleitung

Julian D.

Julian ist 18 Jahre und Redakteur bei E4SY. Zur Zeit ist er Abiturient in Baden-Württemberg. Er bertreut hauptsächlich die Ressorts Politik und Wirtschaft.

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2 Antworten

  1. Wesam Douchi sagt:

    WoW
    Ich habe gedacht, dass es keine Drohne unter 800 euro gibt.
    L G
    Wesam

    • Julian D. sagt:

      @ Wesam Douchi
      Persönlich war ich bei meinen Recherchen auch verwundert, wie groß das Spektrum an Drohnen (auch mit Kamera) im Bereich von bis zu 200 € ist.
      Aber auch die älteren DJI-Modelle (z.B. Phantom) sind schon ab 400 € erhältlich, aber auch das aktuelle Modell von DJI, die “Spark”, für ca. 600 €.

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