Bots, Fake News und Big Data – Das Ende der Demokratie? – WiPo Präsentationsprüfung

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“Bots, Fake News und Big Data – Das Ende der Demokratie?” Dies ist der Titel meiner Abitur-Präsentationsprüfung und weil ich selber gerne so etwas im Netz gefunden hätte, stelle ich sie euch hier in voller Gänze zur Verfügung. 🙂

Bots, Fake News und Big Data – Das Ende der Demokratie?

Präsentationsprüfung in Wirtschaft Politik (WiPo)

Die Aufgabenstellung stelle ich hier besser nicht rein, sonst bekomme ich bestimmt Ärger von der Schule. Im Wesentlichen ging es aber um die Beantwortung der Leitfrage “Bots, Fake News und Big Data – Das Ende der Demokratie?” Hier findet ihr meine Dokumentation sowie meine Präsentation als PowerPoint oder PDF. Das Script, welches ihr hier lesen könnt, ist natürlich nur umgangssprachlich, manchmal nur stichpunktartig und haben die Prüfer ja nicht zu Gesicht bekommen. Die * zeigen mir an, wann ich bei der Präsentation weiter schalten sollte. Des Weiteren habe ich mich natürlich in das Thema eingearbeitet, sodass ich im Prüfungsgespräch auch weitere Fragen beantworten konnte. Ebenso möchte ich noch darauf aufmerksam machen, dass hier die vielen Chancen von Bots und Big Data viel zu kurz kommen und deswegen ein leicht negativen Bild durch die reine Präsentation entstehen kann. Mehr zu den Chancen findet ihr im Internet oder auch unter den Quellen in meiner Dokumentation. 😉

Script

Ja, ich möchte Ihnen heute im Rahmen meiner Präsentationsprüfung die Leitfrage „Bots, Fake News und Big Data: Das Ende der Demokratie?“ beantworten.
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Dafür werde ich zuerst die Begriffe Bots, Fake News und Big Data definieren. * Darauf stelle ich die dadurch entstehenden Probleme dar. * Zeige die Profiteure von Fake News auf. *Danach komme ich darauf zu sprechen, was passieren kann, wenn man mit jenen Mitteln die Demokratie beeinflussen möchte. * Dann erkläre ich, wie versucht wird, die Probleme zu eliminieren. * Zuletzt diskutiere * ich die erlangten Erkenntnisse aus und leite * ein Fazit für die Leitfrage ab. * Beenden werde ich den Vortrag dann mit einem Lösungsansatz.

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Was sind Fake News? Wir sehen hier eine schöne Karikatur von Klaus Stuttmann. Sie zeigt einen Herr, der eine Zeitung liest, welche den Titel Fake News trägt. Ein weiterer Herr und eine Dame stehen etwas von ihm weg und sagen: „Hat der sich verändert! Früher las er nur die Bild-Zeitung!“ Die Karikatur zeigt ein Problem unserer modernen Gesellschaft auf. Menschen wenden sich von Fakten ab und gehen auf reißerische Schlagzeilen/Nachrichten ein, dessen Inhalte aber einfach falsch sind und nicht der Wahrheit entsprechen. Die Bundeszentrale für politische Bildung fasst das in einer schönen Definition zusammen. Fake News sind * gefälschte Nachrichten.

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Kommen wir zur nächsten Definition. Was sind Bots? * Ein Bot ist ein Computerprogramm, das automatisch Aufgaben abarbeitet.
Bots sind ein riesengroßer Bereich, für die Leitfrage sind aber nur die Social Bots von Bedeutung. * Was ist das denn jetzt? * Hier sieht man ganz gut, was die Social Bots im Vergleich zu anderen Phänomenen machen: Sie laufen automatisch, versuchen Einfluss zu nehmen und sind nicht von einem menschlichen Profil zu unterscheiden. (kurz Beschreiben + Quelle)

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Kommen wir zur letzten Definition: Big Data. Wie es der Name schon verrät, handelt es sich bei Big Data * um extrem große und komplexe Datenmengen. Beispiele dafür sind * Social Media-Daten, also ein Facebookprofil und alles was daran hängt. Die geliketen Seiten und geteilten Beiträge, Freunde, Interessen, etc.. * Nächster Punkt: Suchmaschinen-Indizes. Auch diese sind sehr komplex.
* Es sind also fast immer digitale Datensammlungen.

Big Data ist so ein großes Thema und vor allem für Unternehmen bzw. wirtschaftlich sehr interessant. * Aus Zeitgründen, aber auch da ich auf die Leitfrage hinarbeiten möchte, fokussiere ich mich nur auf die für die Fragestellung relevanten Big Data-Inhalte. * Um aber nochmal zu zeigen, wie relevant Big Data ist, habe ich hier eine Grafik, welche das weltweite Umsatzwachstum von Big Data-Anwendungen zeigt. (kurz Beschreiben + Quelle) Man kann sagen, dass es sich um ein ordentliches Wachstum handelt.

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Kommen wir aber erst mal zu dem Abschnitt, was eigentlich das Problem ist? * Fake News und Social Bots können Social Media mit Meinungen und falschen Fakten fluten, wodurch das Image * von Personen und Organisationen, wie Parteien oder Unternehmen, Schaden nimmt.
Des Weiteren springen auch etablierte Medien mit auf den Zug und veröffentlichen auf ihrer Seite dann einen Artikel, der auf der falschen Quelle beruht. Dies geschieht, weil sie in einer digitalen Welt * viel mehr Zeitdruck und Wettbewerb haben als früher und nicht mehr so ausgiebig recherchieren.

Es wird zudem sozusagen eine – ich nenne sie mal – * konstruierte Schweigespirale erschaffen. Das bedeutet, dass wenn man beispielsweise auf Twitter geht und sieht, dass für ein Thema eine bestimmte Meinung vorherrscht und dann an der eigenen Meinung zu zweifeln beginnt sowie dann darüber schweigt. Dabei herrscht diese Meinung eben nicht bei der Mehrheit der Nutzer vor, denn zu diesem Thema wurden Fake News abgesetzt und Social Bots haben sie verbreitet, sodass es nur so aussieht.

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Doch wer profitiert jetzt eigentlich davon?
* Zum einen verdienen Fake News-Seitenbetreiber Geld an den Klicks. * Dann profitieren auch Unternehmen davon, wenn einer ihrer Konkurrenten schlecht gemacht wird, also Einfluss auf den Wettbewerb genommen wird. * Auf die gleiche Weise kann auch eine Wahlbeeinflussung stattfinden, dazu gleich mehr.

* Man kann eine Art künstliche Agenda Setting machen, indem haufenweise Fake News und Bots ein bestimmtes Thema verbreiten, sodass es auch auf die Haupttagesordnung der Politik kommt. So setzte ein Fake News-Macher die Geschichte in die Welt, dass im US-Bundesstaat Colorado Lebensmittelmarken zum Kauf von Marihuana genutzt worden seien. Ein Abgeordneter im Kongress von Colorado legte darauf einen Gesetzesvorschlag vor, der die Verwendung von Lebensmittelmarken für den Kauf von Cannabis verbot. Obwohl das eine reine Fantasiegeschichte war.

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Doch was könnte jetzt genau passieren? Wie will man Einfluss auf die Demokratie nehmen?
* Das hat man bereits bei den Präsidentschaftswahlen der USA verfolgen können: Kurz vor Ende wurden zahlreiche Mails von Hillary Clinton veröffentlicht. Dies könnte einen großen Einfluss auf die Wähler gehabt haben. Warum könnte? Es wirklich faktisch nachzuweisen, ist nun mal sehr schwierig.
Zudem wurde mehr als jeder dritte Pro-Trump-Tweet von einem Bot abgesetzt.
*Wähler können targetiert werden.

Im Dezember 2016 ging ein * Artikel des Schweizer Magazins „Das Magazin“ viral. Inhalt war eine Firma, die über Big Data-Datenbanken für ihre Auftraggeber Wahlwerbung macht und das sehr spezifisch. So sollen sie Wähler genau identifizieren können, um ihnen eine maßgeschneiderte Wahlwerbung zu schicken und auch noch genau ihren Ton zu treffen. Zwei Kunden waren das Wahlkampfteam von Trump und das Pro-Brexit-Team. Da haben wir ja eine heiße Verschwörungstheorie erschaffen. Witzig, dass die meisten dieser Angaben aber von der Firma selbst kommen.
* Nächster Punkt: Gerade durch neue Medien bekommen einstige Nischenparteien mehr Aufmerksamkeit, weil sie nicht mehr auf die alten Medien zur Themenverbreitung angewiesen sind.
* Und schon jetzt ist die Privatsphäre vieler gefährdet und dafür braucht man nicht mal einen Facebook Account, um Sachen über sich preiszugeben. Leeren sie nach jeder Computernutzung ihren Cache und löschen ihre Cookies? Vielleicht wissen sie nicht mal, was das ist? Jede künftige Seite und ihre Inhalte wissen aber, welche Seiten sie zuvor besucht haben und dadurch ihre Interessen, ihren Glauben, ihre politische Zugehörigkeit und so weiter.

Bevor wir jetzt zur Diskussion kommen, möchte ich nochmal aufzeigen, dass alles nicht so extrem schlimm ist, wie es vielleicht wirkt.
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Es wird nämlich gegengesteuert!
Mit Diensten wie dem Faktenfinder der Tagesschau * oder hoaxmap.org präsentieren Medien Seiten, die nur sehr gut recherchierte Inhalte bieten oder Fake News entlarven.

*Mit Google Owl möchte Google zudem die künstliche Intelligenz seines Algorithmus trainieren, um Fake News und komische Anfragen im Indexranking herabzustufen. Der Spiegel gibt in einem Artikel vom 25.04.2017 an, das bei der Suchanfrage „Angela Merkel ist“ die Autovervollständigung die Worte: tot, wahnsinnig, Polin, schwanger und verheiratet vorschlägt. Nach meinem Check am 10.05.2017 * schlägt die Google-Suche nun nicht die falschen Aussagen tot und schwanger vor, sie sind also rausgeflogen. Zudem gibt es nun auch schon seit längerem die Möglichkeit, unangemessene Vervollständigungen zu melden.
* Auch Twitter und Facebook wollen in Zukunft schneller reagieren und Fake News entfernen.

*Des Weiteren handelt auch die Regierung und erlässt Regulierungen und Gesetze für Soziale Medien.
Problem ist, dass es hier mehrere Interessenskonflikte, wie Wirtschaft gegen Privatsphäre oder Meinungsfreiheit gegen Regulierungen gibt.
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So kommen wir nun zur Diskussion. Gibt es eine Einflussnahme durch Bots, Fake News und Big Data auf die Demokratie?

* Dafür spricht auf jeden Fall die gezielte Wahlwerbung, denn ein besseres Marketing kann sehr wohl zu mehr Stimmen bei der Wahl führen.
Dagegen spricht allerdings *, das dies ja einfach alle Parteien machen können und sich somit das Verhältnis wieder ausgleicht.
Doch Medien und das Wissen, was man aus Big Data ziehen kann, ermöglicht es gewissermaßen * die Meinung zu steuern, indem man zum Beispiel das zuvor genannte künstliche Agenda Setting nutzt, ein Problem aufzeigt und als Partei als einzige die Lösung bietet.
Entkräften tut dies aber, das Wahlwerbung, Fake News und Co halt nur die Menschen bekommen, die sich gerade in einer Zielgruppe befinden. * Man sollte also eher an das Urteilsvermögen der Menschen appellieren.
Jetzt kommt aber der letzte undschwerwiegendste Punkt: Es macht einfach kaum einer*! Wer studiert schon ein ganzes Parteiprogramm oder die Quellen des Artikels, den man sich gerade durchliest? Fast keiner!

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Somit kommen wir zum Fazit. Gerade am letzten Punkt wird deutlich: * Wahlen können beeinflusst werden. Wenn Menschen Dinge nicht hinterfragen, nehmen Bots, Fake News und Big Data Einfluss auf die Entscheidung und Meinung und dadurch auch auf die Demokratie!
Aber um die Leitfrage konkret zu beantworten, denn sie lautet ja „Bots, Fake News und Big Data: Das Ende der Demokratie“, nein, * Bots, Fake News und Big Data sind wohl nicht das Ende der Demokratie. Demokratie ist in den entwickelten Ländern in fast allen Verfassungen festgeschrieben ist und zum Beispiel in Deutschland kann man jenen Artikel 20 im GG durch die Ewigkeitsklausel nicht ändern.

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Zum Schluss habe ich mir nochmal Gedanken über Lösungsansätze gemacht. * Die Nutzer müssen sensibilisiert werden. * Des Weiteren müssen Unternehmen wie Google und Co ihre Algorithmen weiter verbessern, um User vor falschen Informationen zu schützen.
*Insgesamt hat aber auch der Bürger selbst Sorge zu tragen, was mit seinen Daten geschieht.
* Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!

 

 

So, ich hoffe, euch hat meine Präsentation zu “Bots, Fake News und Big Data – Das Ende der Demokratie?” gefallen und dass sie euch etwas für eure eigene inspiriert hat. 🙂

Tim Senger

Tim ist Leiter und Chefredakteur von E4SY. 2013 ist er das erste Mal jour­na­lis­tisch für ein Spielemagazin aktiv geworden. Momentan absolviert er zudem ein duales Studium im Bereich Wirtschaft.

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