Wie funktioniert die Altersvorsorge? – Die Riester-Rente

In diesem Artikel erfährst du einiges darüber, wie die Riester Rente funktioniert sowie einige Vor- und Nachteile.

Wer kann die Riester Rente beziehen?

Grundsätzlich kann jeder rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer die Riester-Rente beantragen. Das bedeutet, dass jeder, der verpflichtet in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlt auch riestern kann. Tatsächlich können dies auch Beamte, Richter, Soldaten, Personen, welche Arbeitslosengeld beziehen oder auch die Ehepartner von Personen, welche riesterberechtigt sind, sein. Der zuletzt aufgezählte Punkt ist für diejenigen praktisch, die nicht rentenversicherungspflichtig sind, jedoch trotzdem die Riester-Rente in Anspruch nehmen wollen.

Wie funktioniert die Riester Rente?

In der Regel zahlt man 4% des Bruttojahreseinkommens in das Riesterspareinkommen, damit man die vollen Zulagen vom Staat bekommt. Zudem wird das Spareinkommen verzinst. Der Betrag, den man einzahlt beträgt maximal 2100€ und mindestens 60€, ein Sockelbetrag, um überhaupt Zulagen bekommen zu dürfen. Diese sind dann aber sehr stark vermindert. Diese Zulagen kommen vom Staat und dies tut er auf zwei Wegen.

Zulage Art Nr. 1

  • 154€ für Riestersparer
  • + 185€ für jedes Kind, welches vor 2008 geboren ist
  • + 300€ für jedes Kind, welches nach 2008 geboren ist
  • + 200€ Berufseinsteigerbonus: einmalig für Personen die vor dem 25. Lebensjahr anfangen zu riestern

Um die Zulagen für Kinder zu erhalten, muss man Kindergeld empfangen. Zudem erhält man auch nur einmal diese Zulagen, das heißt, Ehepartner bekommen nicht die doppelten Zulagen für ihre Kinder. Hier mal ein kurzes Beispiel:

Sabine ist im Moment (Stand 2017) 35 Jahre alt und hat 2 Kinder, welche 15 und 8 Jahre alt sind. Jährlich verdient sie 30.000€, das bedeutet sie muss einen Betrag von 1200€ in den Riestervertrag einzahlen, da dies die 4% ihres Bruttojahreseinkommens sind. Nun kommen die staatlichen Zulagen hinzu. Für Sabine gibt es 154€, für das erste Kind 185€, da es vor 2008 geboren ist und für das zweite Kind folglich 300€. Sabine bekommt also 639€ staatliche Förderung und zahlt anstelle von 1200€ nur noch 561€ in den Riestervertrag ein.

Oder Zulage Art Nr. 2

Diese Art läuft über Steuervorteile. Der Staat gewährt einen steuermindernden Sonderausgabenauszug. Das heißt, dass man die Einzahlung in die Riester-Rente in der Steuererklärung als Sonderausgaben absetzen kann. Das Finanzamt führt dann eine sogenannte Günstigerprüfung durch, in der ermittelt wird, welche der beiden Förderungswege sich mehr für die Person lohnt. Empfehlenswert ist dieser Weg dann zum Beispiel, wenn man viel verdient und keine Kinder hat. Es ist aber auf jeden Fall empfehlenswert, die Günstigerprüfung durchführen zu lassen.

Vorteile

Der offensichtlichste Vorteil ist natürlich die Zulage, die man vom Staat erhält. Dazu gibt es noch den Schutz vor Pfändung und eine Garantie darauf, dass man das Geld erhält. Tatsächlich werden die Einzahlungen an die Erben oder den Ehepartner vererbt, wenn man stirbt. Auch hat man hier, anders als bei der Rürup Rente ein Recht auf eine einmalige Auszahlung von bis zu 30% des Betrags. Den Rest bekommt man dann lebenslang ausgezahlt.

Nachteile

Natürlich gibt es auch Nachteile. Zunächst gibt es hier die nachgelagerte Besteuerung. Wie in meinem vorigen Artikel beschrieben, müssen auch die Auszahlungen der Riester-Rente nachgelagert besteuert werden. Nicht nur das, eventuell fallen noch zusätzliche Verwaltungskosten etc. an, welche auch schon beim Abschließen des Vertrags anfallen können. Diese Kosten werden des Öfteren als sehr undurchsichtig kritisiert. Zudem kann man die Riester-Rente auch nur in der EU erhalten. Sobald man einmal auszieht, muss man alle Zulagen wieder zurückzahlen. Als Letztes wäre dann noch die Grundsicherung. Wenn man auf die Grundsicherung angewiesen sein sollte, dann wird die Riester Rente damit verrechnet und man bekommt gar kein Geld mehr aus der eigentlichen Riester-Rente, sondern diese finanziert die eigene Grundsicherung.

Fazit

Die Riester Rente eignet sich also insgesamt für diejenigen, die planen ihr ganzes Leben in der EU zu verbringen, alt und nicht arm zu werden. Es kann sein, dass sich die Riester-Rente in den eigenen Augen nicht wirklich rentiert, da man durch die Verwaltungskosten und die nachgelagerte Besteuerung möglicherweise nicht so viel Geld wie eingezahlt zurückbekommt und man sich daher sehr von den Zinsen abhängig macht. Daher muss man immer sehr auf die mit dem Vertrag verbundenen Kosten achten, denn diese könnten vielleicht sogar die staatlichen Zulagen übersteigen. Und das wär ganz schön ärgerlich.

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Stefan Gunawan

Stefan ist 17 Jahre alt und ein Redakteur bei E4SY: Er besucht die 12. Klasse eines Gymnasiums und verbringt seine Freizeit gerne mit Gesellschaftstanz, Klavier spielen, Musik hören und Gaming.

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