Ist das jetzt Kunst oder kann das weg?

Kunst Pinsel Bild

Das Kunstauffassungen rund um den Globus weit auseinander gehen können, wird uns spätestens bei einem Museumsbesuch klar. Doch wie verdreht unser zeitgenössisches Kunstverständnis auch sein kann, hat ein 17-jähriger mit einem genialen Streich gezeigt.

Dienstag, der 24.5: Der 17-jährige TJ Khayatan besucht zusammen mit seinen Freunden das kürzlich wiedereröffnete Museum of Modern Art (MoMa) in San Francisco. Der Jugendliche war, nach eigenen Angaben, zunächst von den ausgestellten Kunstwerken “sehr beeindruckt”. Dennoch fanden sie unter den Exponaten aber auch Stücke, die sie “wenig überraschend” fanden. Um etwas mehr „Überraschung“ in das Kunstmuseums zu bringen, entschloss sich die Gruppe, die Museums-Besucher an der Nase herumzuführen: Vor einer weißen Wand legte er eine Brille auf den Boden. Darauffolgend machte er Bilder von den Leuten, die sich vor dem vermeintlichen „Kunstwerk“ versammelten und dieses fotografierten.

Fettecke 2.0?

In dem sozialen Netzwerk Twitter veröffentlichte Khayathan dann die Ergebnisse seines Experimentes. Sein Eintrag wurde innerhalb von kürzester Zeit über 60.000 Mal geteilt. Während sich einige Nutzer über den Streich amüsierten, gab es aber auch kritische Stimmen: Zum einen kritisierten (einige wenige) User das Stattfinden des „Pranks“ in einem Museum. Zum anderen äußerte sich eine größere Gruppe an Menschen kritisch über die heutige Kunstauffassung. Spätestens seitdem das Kunstwerk „Fettecke“ von Joseph Beuys als Kunst eingestuft wurde, kann man praktisch jedwedes Objekt als Kunstinstallation nutzen. In der Installation brachte der Künstler ein 5 kg schweres Butterstück in einem Raum in einer Ecke an, welches später aber von Putzfrauen nicht als Kunst erkannt und daher weggeräumt wurde. (http://www.zeit.de/1987/46/kunst-im-eimer). Ähnlich wie damals stößt das Experiment des Jugendlichen die Debatte der  Kunstauffassung neu an. Gegenüber der Website “Buzzfeed” erklärte Khayatan, dass Kunst der Gegenwart manchmal “ein Witz” sei, doch es sei ein Weg, die eigene Kreativität auszudrücken. “Letztendlich sehe ich es als ein Vergnügen für offene Menschen und fantasievolle Köpfe an.”

Geht die Aktion in Ordnung oder ist sie völlig deplatziert? Und vor allem: Ist das jetzt ein Experiment oder sogar schon Kunst? Schreibt eure Meinung doch einfach in die Kommentare.

Jonah Grütters

Jonah ist 19 Jahre alt und Redakteur bei E4SY. Er studiert Humanmedizin an der Justus-Liebig-Universität in Gießen. Seine Freizeit verbringt er mit Kampfsport, Schwimmen, Klavier spielen, Hochschulpolitik und Gaming.

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