Reizgas-Attacke an Realschule in Hannover

Hannover: Nach einer Reizgas-Attacke erlitten 47 Schüler der Gerhard-Hauptmann-Realschule Verletzungen und mussten teilweise im Krankenhaus behandelt werden. Verantwortlich für das Versprühen des Reizgases war eine 16-jährige Schülerin.

47 Schüler durch Reizgas verletzt

Am Freitagvormittag versammelte sich eine große Anzahl von Schülern der Gerhard-Hauptmann-Realschule im Bereich der Schul-Cafeteria. Aus zunächst unklaren Gründen war in der Menschenmenge Reizgas ausgetreten. Zahlreiche Schüler klagten plötzlich über Atembeschwerden, Augenreizungen und Übelkeit, woraufhin sofort eine Evakuierung des Schulhauses eingeleitet wurde.

Die alarmierten Rettungskräfte hatten nach Eintreffen 47 Schüler zu versorgen. Bei 19 Schülern war sogar eine Weiterbehandlung im Krankenhaus von Nöten, darunter auch eine Lehrerin die auf dem vereisten Schulhof bei den Evakuierungsmaßnahmen gestürzt war. Unter den zahlreichen Rettungskräften befanden sich auch Spezialisten der ABC-Gefahrenabwehr, die vor Ort Proben nahmen. Diese dienen nun auch als Beweismittel gegen die, mittlerweile durch Zeugenhinweise ermittelte Verursacherin des Vorfalls.

Eine 16-jährige Schülerin übernahm die Verantwortung für das versprühte Reizgas. Ob das Reizgas jedoch nur aus Versehen ausgetreten ist, weil es sich zum Beispiel in der Tasche der Schülerin geöffnet hat oder ob die Schülerin bewusst gehandelt hat, ist noch unklar. Bei letzterem Fall würde es sich um eine Straftat handeln, in deren Konsequenz sich die Schülerin gegenüber des Verdachts auf gefährliche Körperverletzung verantworten müsste.

Was hilft bei einer Reizgas-Attacke?

Der Fall an der Schule in Hannover macht deutlich, dass jeder von einer Reizgas-Attacke betroffen sein könnte. Unabhängig davon ob es sich um eine mutwillige Tat oder ein Versehen handelt, sollte man auf eine Reizgas-Attacke richtig reagieren, sobald man sich außerhalb des Wirkungsbereichs des Reizgases in Sicherheit gebracht hat.

Zunächst sollte man sich die betroffene Stelle mit Seife unter kaltem Wasser abwaschen um eine Aufnahme des Wirkstoffes durch die Haut zu verhindern. Nach Möglichkeit sollte man die Haut zuvor mit einem fetthaltigen Stoff wie Pflanzenöl einreiben und anschließend abwaschen, da zum Beispiel der Wirkstoff von Pfefferspray nur fett- aber nicht wasserlöslich ist. Auch wenn es schwer fällt sollte man Reiben und Kratzen der betroffenen Stelle vermeiden, da der Wirkstoff sonst in tiefer gelegene Hautschichten vordringen kann. Wenn man all dies beachtet, sollte sich die Haut  normalerweise innerhalb weniger Stunden wieder beruhigen. Bei Augenkontakt mit dem Reizgas sollte man auf ein gründliche Ausspülen des Auges achten und dabei nach Möglichkeit eine isotonische Kochsalzlösung zur Säuberung verwenden. Bei länger anhaltenden Schmerzen der gereizten Augen, sollte ein Arzt konsultiert werden.

Quelle: Norddeutscher Rundfunk

Andreas Dost

Andreas ist Redakteur und Korrektor bei E4SY. Er ist derzeit 17 Jahre alt und Schüler. Seine Hobbys sind Mountainbiking, Bergsport, Gaming und Fremdsprachen.

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