Der reale Irrsinn: Emoji – Der Film

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In den Kinos läuft bald „Emoji – Der Film“ an. Abgesehen vom Product Placement ist die Idee schon irgendwie merkwürdig. Aber die erste Idee dieser Art ist das auch nicht.

Hollywood hat in den vergangenen Jahren des 21. Jahrhunderts immer wieder unter Beweis gestellt, wie fantasievoll, wie einfallsreich und wie kreativ es sein kann, um Otto Normalverbraucher in ein Kino zu locken. Weil dafür nicht Drehbücher zur Hand sind, die eine Lizenz zum Gelddrucken bedeuten (z. B. „Harry Potter), kommen die Drehbuchautoren von Disney und Co. des Öfteren auf recht pfiffige Ideen.
Wer Filme wie „Himmel und Huhn“, „Ratatouille“ oder „Ab durch die Hecke“ angemessen reflektiert, dem werden mindestens zwei Dinge auffallen:

  1. Die Ideen sind teilweise recht abstrus – aber trotzdem pfiffig:
    Eine Welt von Hühnern, die von Aliens überrannt wird?
    Eine Ratte, die genial kocht und den Tellerwäscher durch ein Marionettenspiel mit dessen Haaren zum Meisterkoch macht?
    Oder aber eine Bande von Tieren, die ein Einfamilienhaus überfällt und dabei Fallen wie Gartenzwergen mit Laseraugen ausweicht?
    Lustig und unterhaltsam, und da kann ich nicht nur für mich sprechen, waren die Streifen auf jeden Fall. Dementsprechend komisch waren die Ideen für die Drehbücher. Je abstruser die Idee, desto erfolgreicher.
  2. Die Drehbücher sind definitiv keine Adaptionen von realen Büchern.
    Für ein Buch wäre der Plot dann doch ein bisschen merkwürdig. Während die kochende Ratte es damals sogar bei Erwachsenen unter die Charts der Filme geschafft hat, könnte sie sich als Buch wenn überhaupt nur als Bilderbuch für Kleinkinder behaupten.
    Früher hingegen sah das ganz anders aus. Wer sich noch an Klassiker wie Schneewittchen und Co. erinnert, merkt sofort, dass das fast immer Märchen- oder Romanadaptionen waren.
    Viele dieser neuen Ideen werden also nur für das Kino erzeugt.

Als ich mich gestern aber in der Innenstadt bewegte, war ich dann doch ein bisschen verwundert: „Emoji – Der Film“.
Schmunzeln musste ich schon. Bisher gab es ja schon eine Reihe von recht merkwürdigen Ideen in den letzten Jahren. Von „Alles steht Kopf!“, der Gefühle als kleine Menschen im Gehirn darstellte, über „Sausage Party“, in dem sich das Essen dagegen wehrte, auf der Speisekarte zu stehen, bis zu „Sing“, das DSDS verfilmte, nur eben mal mit Tieren. Da kann man sich schon fragen, was als nächstes kommt?
„Smartphones – Der Film“? – Ein Nokia-Handy wird von einem iPhone gemobbt, weil es nur als Material für eine Steinschleuder taugt?
Oder „Candy Crush – Der Film“? – Auf der Jagd nach den Süßigkeiten?

Moment mal. Die Spiele-App „Candy-Crush“ wurde ja quasi auch schon verfilmt. Ihr fragt euch wo?
Rein zufällig müssen die Emojis im gleichnamigen Film fast ganz ohne Product-Placement durch die Candy-Crush-App reisen… Hust. Ironie.
Natürlich ist das ein totaler Werbestreifen. Es würde mich jedenfalls nicht wundern, wenn die Emojis noch einen Abstecher zur Facebook-App machen würden. Oder das Handy ein iPhone wäre….

Solltet ihr Lust bekommen haben, „Emoji – Der Film“ im Kino anzusehen, so wünsche ich euch viel Spaß. Denn da der Plot ziemlich dünn sein wird, muss der Streifen es zumindest mit viel Witz ausgleichen können.

Julian Dennig

Julian ist 17 Jahre alt und Redakteur bei E4SY. Er besucht die 11. Klasse eines Gymnasiums in Baden-Württemberg. Hauptsächlich schreibt er über Politik, Wirtschaft sowie Filme und Serien.

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