Internet – Ein Medium der Freiheit?

internet medium der freiheit

In der Schule wird jeder irgendwann mal eine Erörterung oder einen Kommentar zum Thema „Internet – Medium der Freiheit?“ schreiben müssen. Hier könnt ihr einen Beispielkommentar lesen und ein paar Argumente sammeln.

Jeden Tag wird es benutzt und ein Leben ohne erscheint für die meisten als unmöglich. Es wird zur Kommunikation, Bildung, zum Vergnügen, aber auch zum Führen von Geschäften gebraucht. Man ist immer online und dadurch immer erreichbar. Spätestens jetzt müsste jedem klar sein, dass es sich hier von dem sogenannten Neuland namens Internet handelt. Es bringt viele positive Aspekte mit sich, aber vielen Menschen ist nicht klar, was das Internet auch für Gefahren für die Freiheit mit sich bringen kann, weshalb es nun fraglich ist, ob das Internet denn nun ein Medium der Freiheit ist.

Zunächst einmal ist man immer verbunden und erreichbar. Das kann natürlich positiv gesehen werden, denn man kann jederzeit mit Bekannten oder auch Fremden in Japan kommunizieren, während man in Madagaskar sitzt. Zudem kann man schnell mittels des Handys zum Beispiel auf Websites zugreifen, um etwas zu recherchieren. Aber was passiert, wenn wir auf einmal nicht mehr erreichbar wären? Wenn wir kein Internet mehr hätten und nicht mehr auf Whatsapp oder Facebook zu kontaktieren sind und keine Selfies mehr auf Instagram posten könnten? Und das nicht nur für ein paar Tage, sondern für eine längere Zeit? Die Welt würde in einem Schlag zusammenbrechen. Das Internet dominiert unseren Alltag so sehr, dass es uns dazu zwingt, es zu benutzen. Wer es nicht benutzt, wer nicht erreichbar ist, ist isoliert, veraltet und nicht mehr richtig in der aktuellen, schnellen Gesellschaft integriert. Die Person kann dann keinen Kontakt aufnehmen, es sei denn er macht sich selbst mobil oder schreibt einen Brief der in ein paar Tagen vielleicht ankommt. Teil der Freiheit ist es doch, unter keinen Zwängen zu stehen, aber das Internet bindet sich mit seinen Glasfaserkabeln wie Eisenketten fest an uns.

Vergleichbar dazu ist auch, dass viele Internetseiten, aber auch verstärkt Online-Spiele, darauf ausgelegt sind, Nutzer anzuziehen und festzuhalten. Sie beschränken sich darauf, den Nutzern manchmal eine kleine Belohnung zu geben, damit man sie weiterhin benutzt. Zum Beispiel kann das Glücksgefühl, etwas erreicht zu haben schnell zur Sucht werden. Je süchtiger man ist, desto mehr ist man auch bereit, mehr dafür zu tun, um dieses Glücksgefühl erneut zu erlangen. Und so finanzieren sich Spiele zum Beispiel durch Microtransactions, durch die man kleine oder große, je nach Geldbetrag, Vorteile erhalten kann. Die Sucht nach dem Spiel kann auch zur Isolation führen, so geht man kaum noch raus an die frische Luft, verliert den Kontakt zu Bekannten und trennt sich somit langsam aber sicher von der Realität. Die virtuelle Welt wird wichtiger und man vernachlässigt letztlich sogar die eigene Gesundheit.

Aber weg von Süchten und Zwängen hin zu Datenschutzrichtlinien und Allgemeine Geschäftsbedingungen. Mal ehrlich, wer hat die Wörter hier gerade nicht überflogen, sondern wirklich gelesen? Oder wer hat schon mal die zum Teil hunderte Seiten an dies und das darüber, was mit den eigenen Daten passiert und woran man sich zu halten hat, wenn man sich irgendwo anmeldet oder etwas installiert, gelesen? Sind die Sätze an dieser Stelle nicht schon so lang und unbedeutend, nichtssagend und unnötig, sodass eine normale Person, welche eigentlich nur einen ganz normalen Kommentar erwartet hat und nun überrascht ist, einen so langen Satz lesen zu müssen, welcher mehr als die üblichen 20 Wörter besitzt, von dem es überhaupt fraglich ist, dass er grammatikalisch noch richtig ist, sie nur noch überliest? Theoretisch könnte doch auf einer Seite der AGB ein Text darüber verfasst sein, dass das doch eh niemanden interessiert und faselblubberbla. Letztlich klicken sowieso alle auf „Ich akzeptiere die AGB oder die Datenschutzrichtlinien.“ und weiß nicht was sich hinter all dem verbirgt. Dass man dies bestätigt hat, vergisst man auch gerne innerhalb der ersten Sekunde des Einloggens, denn man kann dann ja so schön frei agieren und tun, worauf man Lust hat. Und genau darin liegt das Problem. Es wird alles akzeptiert, wodurch im Internet eine dauerhafte Spionage möglich ist. Alles was man schreibt, kann gelesen werden und alles was man tut kann gesehen werden. Die Privatsphäre ist im Internet nicht vorhanden und auch alle Dinge die offline gespeichert sind, können abgerufen werden. Aber wen interessiert es? Niemanden, denn solange man die Seite, auf der man sich befindet, benutzen kann und sie einen glücklich macht, ist alles in Ordnung. Ist es nicht eigentlich komisch, wenn jemand in unsere Häuser eindringen würde, um nachzuschauen, was für Fotos von welchem Urlaub wir haben oder wer unsere besten Freunde sind, um mehr über sie herauszufinden? Natürlich wäre es das, aber diese Moral gibt es im Internet nicht. Das Ausspionieren funktioniert spontan und ohne, dass man es bemerkt und die eigenen Daten sind eigentlich auch schon alle von irgendeinem Typen gelesen worden, damit er dir die richtige Werbung stellt oder sie einspeichern kann.

So funktioniert beispielsweise Facebook. Wer Facebook benutzt, wird von Facebook benutzt. Sie bekommen Rechte darauf, auf alles zuzugreifen, was sich auf dem eigenen Handy oder Computer befindet und eigentlich wissen sie auch, wo du wohnst. All diese Daten, die Facebook über die Personen der Welt sammelt, sind eine große Machtquelle, denn auch große Führungspersonen sind oft auf Facebook vertreten. Damit könnte die Politik verzerrt werden und das nur, weil vielleicht einige unperfekte Ereignisse von den Führungspersonen veröffentlicht wurden, weil sie vor der Amtszeit mal gespeichert worden sind. Dabei ist doch eigentlich kein Mensch perfekt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass alles was man im Internet tut und nicht tut auch im Internet sein und jederzeit aufgerufen werden kann. Von Datenschutz ist vielleicht was zu lesen, aber nicht zu spüren, aber auch wenn die eigenen Daten geschützt sind, spürt man dies nicht. Deswegen ist es uns meist egal. Daher ist das Internet auch als Medium der Spionage und Kontrolle zu verstehen, welche keine Gegenseite besitzt, denn das Internet als solches besitzt einen solchen Nutzungsdruck auf die Gesellschaft, sodass es nicht mehr wegzudenken ist und unter all diesen Aspekten ist das Internet bestimmt kein Medium der Freiheit.

Wörter: 968

Übrigens wollte ich an der Stelle mit dem Link keinesfalls Donald Trump verherrlichen. Schreibt gerne einen Kommentar über diesen Kommentar und ich hoffe es hat geholfen!

Stefan Gunawan

Stefan ist 17 Jahre alt und ein Redakteur bei E4SY: Er besucht die 12. Klasse eines Gymnasiums und verbringt seine Freizeit gerne mit Gesellschaftstanz, Klavier spielen, Musik hören und Gaming.

Das könnte auch interessant sein...

5 Antworten

  1. CHefkoch sagt:

    Bester Kommentar ever

  2. Chefkoch sagt:

    War wirklich sehr lehrreich, kann man das auch als Referat benutzen?

  3. Heftiges Kommentar, ich feier das!

  4. Chefkoch sagt:

    Wenn ich kommentiere

    Kommen Tiere

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.